Der Name Downpatrick ist in den vorangegangenen Beiträgen ja schon aufgetaucht. Und das ist die Stadt: Hier die Häuserzeile in der Irish Street.

Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist eindeutig die Kathedrale, die im 19. Jahrhundert restauriert wurde, nachdem sie zuvor ein paar Jahrhunderte als Ruine auf dem Cathedral Hill gestanden hatte. Downpatrick gehört zu den ältesten Städten der irischen Insel, schon im 5. Jahrhundert taucht der Name Dún Lethglaise in den Annals of Ulster auf. Viel später kam dann der Patrick in den Ortsnamen. Der irische Nationalheilige ist hier omnipräsent, unter anderem, weil er der Überlieferung zufolge im Jahr 493 hier gestorben ist und bestattet wurde. Nur die Kathedrale ist ihm nicht geweiht, weil die der protestantischen Church of Ireland gehört.

Dieser Stein auf dem Friedhof neben der Kathedrale gilt als das Grab des Heiligen.

Am Fuß des Cathedral Hill wurde das St. Patrick’s Centre errichtet, eine Ausstellung zu Leben und Wirken des Heiligen. Also vor allem zur Nachwirkung, die in und für Irland natürlich immens ist. Der St. Patrick’s Day wird ja heute weltweit gefeiert.

Die Kathedrale ist mit dem Ortszentrum über die English Street verbunden, in der teils sehr mondäne Häuser stehen, außerdem einige öffentliche Einrichtungen wie das Gerichtsgebäude:

Wer noch eine Wohnung sucht: Das eine oder andere ist in der English Street noch zu haben.

Die Irish Street präsentiert sich etwas weniger edel, dafür farbenfroher.

Es gibt auch noch eine Scotch Street. Der Hund und die Figuren vorne sind ein Verweis auf eine Erzählung des aus Downpatrick stammenden Schriftstellers Lynn Doyle. “The Silent Dog” heißen Erzählung und Denkmal. Und tatsächlich: Er kläfft nicht!

Und Downpatrick bietet auch noch was für Eisenbahn-Romantiker. Jetzt wo der SWR die Serie schändlicherweise eingestellt hat (schämt Euch!), muß der Reisehase das übernehmen. Also: Die Belfast and County Down Railway wurde 1859 eröffnet und 1950 geschlossen, der Bahnhof der Stadt anschließend abgerissen. Daß es heute in Downpatrick wieder einen Bahnhof gibt (es ist das alte, hierher versetzte Haus des Gasmanagers), ist einer Museumsbahn zu verdanken, die als Downpatrick and County Down Railway seit 1987 auf zwei kürzeren Strecken fährt, wobei eine davon eigentlich nur ein Gleisdreieck ist. Ein bißchen Tech-Talk: Die Bahn fährt auf irischer Breitspur (1600mm) unter anderem mit zwei Dampfloks, die 1934 extra für Güterverkehr der Irish Sugar Company bei Orenstein & Koppel in Berlin gebaut und nach Irland exportiert wurden.

Hier noch ein Blick durch den Zaun aufs Bahngelände.
