Treuenbrietzen

Sabinchen war ein Frauenzimmer, gar hold und tugendhaft. Sie lebte treu und redlich immer bei ihrer Dienstherrschaft.

Obwohl also hold und tugendhaft und treu und redlich, ging es Sabinchen gar nicht gut. Sie ließ sich mit einem Schuster aus Treuenbrietzen ein, der sich später als übler Säufer, Dieb und schließlich gar Mörder erwies. “Trau keinem Schuster nicht!” heißt es daher in dem Lied “Sabinchen war ein Frauenzimmer”, das um die Mitte des 19. Jahrhunderts aufkam, sich zum beliebten Volkslied entwickelte und den Namen der Stadt bekannt machte. Dem armen Sabinchen hat man in Treuenbrietzen. das sich mittlerweile sogar Sabinchenstadt nennt, ein Denkmal aufgestellt.

Der Reisehase, der seine Leserschaft ja persönlich kennt, möchte hiermit ganz explizit das Sabinchen in Idar-Oberstein grüßen! Hihi.

Der Ort heißt übrigens nicht zufällig Treuen-Brietzen: Dem falschen Markgrafen Woldemar sind wir ja schon in Gransee begegnet, wo sie ihr Stadttor zumauern mußten, zur Strafe dafür, dem Betrüger gefolgt zu sein; vielleicht erinnert sich noch jemand. Die Stadt Brietzen war schlauer, zeigte dem falschen Grafen den Mittelfinger (wenigstens bildlich gesprochen) und blieb dem regulären Markgrafen treu. Als Belohnung durften sie anschließend den Namen von Brietzen in Treuen-Brietzen ändern.

Der Stadtkern ist in etwa oval angelegt, mit einer Hauptstraße als zentraler Mittelachse, die sich zu einem langgestreckten Marktplatz weitet, in dessen Mitte das Rathaus (mit dem Sabinchenbrunnen davor) steht. Ansonsten gibt es mehrere sehenswerte Fachwerkhäuser.

Am östlichen Ende der Stadt steht die Stadtkirche St. Marien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*