Szombathely (Steinamanger)

Szombathely, auf Deutsch Steinamanger (sprich: Stein-am-Anger, nicht Steina-manger) ist eine Stadt von etwa 80.000 Einwohnern an der Güns im Westen Ungarns.

Die Stadt, von der der Reisehase hier einen Überblick präsentiert (auf dem Hauptplatz Fő tér sitzend), wurde im Krieg durch Luftangriffe schwer zerstört. Aber vor allem im Zentrum hat man zahlreiche historische Bauten restauriert oder rekonstruiert. Heute ist Szombathely im Westen vor allem als Sitz zahlreicher Zahnärzte bekannt. Die sind gut ausgebildet und bieten Behandlungen zu wesentlich günstigeren Preisen als im Westen an. Dafür lohnt sich dann auch schon mal eine Anfahrt aus Norddeutschland oder Schweden.

Der Reisehase aber hat gute Zähne (und hofft, das bleibt auch noch möglichst lange so…) und kann sich daher auf die Stadtbesichtigung konzentrieren. Schön ist vor allem der nach dem Dichter Dániel Berzsenyi benannte Platz mit dem Bischofspalast und der Kathedrale (siehe Einstiegsbild).

Den Platz konzipierte im 18. Jahrhundert Melchior Höfele, der Architekt des Esterházy-Schlosses in Fertőd. Auf dem Denkmalssockel steht Berzsenyi, der Namensgeber des Platzes.

Im Zentrum gibt es noch zahlreiche weitere sehenswerte barocke und klassische Bauten.

Sehenswert ist auch die Franziskanerkirche St. Elisabeth. An alle Elisabeths, die hier mitlesen: Auf Ungarisch würdet ihr Erzsébet heißen. 🙂

Um die Altstadt herum dominiert mindestens gebietsweise das sozialistische Bauwesen in Form von Plattenbauten.

Es gibt aber auch aus jenen Jahren durchaus Sehenswertes, wie hier das Megyei Müvelödési és Ifjuságí Központ. Daß das “Kreisschulungs- und Jugendzentrum” heißt, brauche ich Euch ja nicht zu erklären, oder?

Aus Szombathely kommt jemand, den man nicht unbedingt hier verortet hätte: Der heilige Martin. Ja, der mit dem Mantel. Als Martin von Tours ist er bekannt, weil er dort Bischof war. Aber seine Geburtsstadt war Savaria, eine römische Stadt, aus der sich das heutige Szombathely entwickelt hat. Mauerreste aus der Römerzeit kann man heute in einem Park direkt neben dem Dom besichtigen.

Von der Römerstadt leitet sich auch der deutsche Name der Stadt ab: Steinamanger heißt Stein-am-Anger, und mit dem Stein waren wohl die römischen Ruinen gemeint. Der ungarische Name Szombat-hely bedeutet Samstag-Platz und verweist auf den Samstag als traditionellen Markttag. Als Markt diente wohl auch der dreieckige Hauptplatz (Fő tér), auf dem heute ein ganz netter Skulpturenbrunnen steht.

Im Hintergrund sieht man den sehr schönen Jugendstil-Bau eines ehemaligen Kaufhauses.

Die zweite bedeutende Persönlichkeit aus Szombathely ist Rudolf Virág. Nie gehört? Dann habt ihr einen bedeutenden Roman noch nicht gelesen. James Joyce, hier als Denkmal an einer Hauswand, läßt Rudolf Virág, den Vater von Leopold Bloom, aus Szombathely nach Dublin auswandern. Leopold Bloom ist die Hauptfigur aus “Ulysses”, und der Reisehase gibt freimütig zu, den Roman auch noch nicht geschafft zu haben (zwei erfolglose Anläufe bisher).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*