Niederwalddenkmal

Tagestour an den Rhein. Der Start ist an den Hängen oberhalb von Rüdesheim. Hier steht das Niederwalddenkmal.

Von den Terrassen am Denkmal bietet sich eine herrliche Sicht auf das Rheintal zwischen Mainz und Bingen:

Ok, jedenfalls hatte ich das so in Erinnerung. Bei dem Nebel bin ich mir aber nicht mal sicher, ob die Germania auf dem Denkmal noch an ihrem Platz steht. Aber ich glaube, sie ist noch da.

Das Denkmal wurde 1877-83 errichtet und von Kaiser Wilhelm persönlich eröffnet, der auch den Bau angeregt hatte. Es war als Nationaldenkmal gedacht, aufgestellt in Erinnerung an die Gründung des Deutschen Reiches nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Es ist also wohlgemerkt kein Siegesdenkmal, und so fehlen auch die direkten Bezüge auf den Kriegsgegner Frankreich. Die Germania senkt ihr Schwert, als Zeichen des Waffenstillstandes, und blickt übrigens nicht gen Frankreich, wie man immer wieder lesen kann, sondern nach Osten. Der Krieg und damit Frankreich ist aber natürlich indirekt trotzdem ein Thema, zum Beispiel in einem Relief am Sockel, das darstellt, wie Vater Rhein seiner Tochter, der Mosel, das Wächterhorn übergibt – eine Allegorie, daß nicht mehr der Rhein die Grenze sein solle, sondern die Mosel.

Und nach einer gewissen Wartezeit kann sich der Reisehase zumindest überzeugen, daß Bingen und der Rhein noch da sind, weil sich der Nebel etwas lichtet. Auf die Sonne zu warten hätte aber zu lange gedauert, denn es gibt noch mehr Tagesprogramm. Der Rheinsteig ruft.

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