Reinbek

So, die Anfahrt ist überstanden; in zwei Etappen mit Zwischenstop bei Hannover. Wer übrigens ein aktuelles Guinness-Buch zur Hand hat, kann mal nachschauen: Hält die unendliche Baustelle von kurz hinter Göttingen bis kurz vor Hildesheim eigentlich den aktuellen Europarekord? Gefühlt nahm das jedenfalls gar kein Ende mehr.

Dafür hatte ich ein Stück weiter in einer anderen Baustelle einigermaßen Glück, weil sich der LKW und ein polnischer Kleinlaster wohl erst kurz zuvor ineinander verkeilt hatten. Na egal. Bin ja jetzt da.

Erster Halt in Schleswig-Holstein: Reinbek, dicht an der Hamburger Stadtgrenze gelegen. Hier stand im Mittelalter ein Kloster der Zisterzienserinnen. Das ist komplett verschwunden; an seiner Stelle steht heute das Schloß Reinbek. So kann ich wenigstens etwas mehr als bloß eine Wiese vorzeigen.

In Reinbek ist außerdem einer der wichtigsten Literaturverlage Deutschlands angesiedelt: Rowohlt hat hier seinen Verlagssitz (noch; der Umzug nach Hamburg läuft wohl schon oder ist zumindest geplant). Die von Fritz Trautwein entworfenen Verlagsgebäude stehen unter Denkmalschutz.

Mit Autoren wie Camus und Sartre hat mich der Verlag durchaus geprägt, und dank zahlreicher weiterer Autoren wie Léo Malet, Kurt Tucholsky oder Thomas Pynchon ist der Rowohlt-Block im Regal zuhause ziemlich groß.

Etwas außerhalb liegt das Gut Friedrichsruh. Hier lebte… nein, kein Friedrich, sondern natürlich Otto. Otto von Bismarck, dem spätestens mit der Reichsgründung 1871 die Herzen aus allen deutschen Landen zuflogen.

Und Geschenke. So wie dieser kapitale Hirsch aus Anhalt…

…sowie Steine aus Ostwestfalen.

Ich dachte ja immer, die Grotenburg steht in Uerdingen.

In Friedrichsruh lebt die Familie von Bismarck noch immer; dem Schloß gegenüber steht das Mausoleum des eisernen Kanzlers…

…und im alten Landhaus, einem Fachwerk-Nebengebäude, ist das Bismarck-Museum untergebracht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*