An der Mur

Zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg bildet die Mur den Grenzfluß zwischen Österreich und Slowenien. Die Landschaft wird, wenn man von Spielfeld aus ostwärts fährt, immer flacher, ganz anders als weiter westlich in den Weingebieten. Und auch die Dörfer haben schon ein deutlich anderes Aussehen, zum Beispiel Mureck:

Die Mur selbst ist hier schon recht breit und hat vor allem hohes Tempo, auch wenn es auf dem Bildern eher idyllisch wirkt.

Bei Mureck kann man durch die Auwälder am Murufer wandern. Hier steht auch die alte Schiffmühle in der Mur, ein seltenes Baudenkmal.

Bad Radkersburg wollte ich eigentlich auch hier beschreiben, aber das war so hübsch, das kriegt einen eigenen Beitrag.

Deutschlandsberg

Des Reisehasen Residenz für fünf Tage: Burg und Hotel Deutschlandsberg (betont übrigens auf der zweiten Silbe, denn es gibt – im heutigen Slowenien – auch noch ein Windisch-Landsberg, das heute Podčetrtek heißt).

Die Burg Landsberg entstand im 12. Jahrhundert, gehörte zunächst zum Einflußbereich der Salzburger Erzbischöfe und war lange Zeit deren Zentrum in der Weststeiermark. 1820 kam sie in den Besitz des Fürstentums Liechtenstein und 1932 schließlich zur Stadt Deutschlandsberg. 

Schöne Aussichten zudem von hier oben.

Und eine exzellente Küche. Beispielbild:

Ben, pas de chocolat, c’est vrai, mais quand même… On ne pouvrait pas dire “non”, eh? ?

Monsieur le Lapin se sent parfaitement à l’aise comme seigneur de château. ?

Heute allerdings geht’s weiter: Nach Feldbach an der Raab.

Südsteirische Weinstraße

Ganz im Süden der Steiermark, westlich des Murtals, liegt die südsteirische Weinstraße eine von offiziell acht Weinstraßen der Steiermark. Das hügelige Land rund um Leutschach und Gamlitz bietet viele Aussichtspunkte.

Aus der Region (im weiteren Sinne jedenfalls, nämlich aus Hitzendorf westlich von Graz) stammt übrigens auch Dr. Fritz Zweigelt, der in den 20er Jahren die Rebsorten St. Laurent und Blaufränkisch kreuzte und somit die heute verbreitetste Rotweinsorte Österreichs schuf.

Auf dem Eorykogel steht die “größte Weintraube der Erde” (laut Guinness-Buch), ein fünf Meter hohes Kunstwerk aus Glas und Stahl:

Charakteristisch für die Gegend ist der (regional auch die) Klapotetz, ein großes hölzernes Gestell, das mit seinem Geklapper die Vögel von den Weintrauben fernhalten soll. Dazu wird per Windkraft (ja, es gibt auch Windräder, die die Landschaft NICHT zerstören!) eine Welle mit Klöppeln angetrieben. Traditionell werden die Klappern aber erst im Spätsommer angeworfen; derzeit stehen sie nur dekorativ rum.

Zum Abschluß der heutigen Tour gibt’s wieder mal ein richtig gutes Abendessen, im Gasthof Hasewend in Eibiswald. Von Gault Millau und Slow Food empfohlen, gibt aber natürlich vor allem der Name den Ausschlag. ?

Eine gute Wahl. Saiblingsfilet für den Reisehasen. ??

Maribor

Zu KuK-Zeiten hieß die Stadt Marburg an der Drau, heute ist sie als Maribor die zweitgrößte Stadt Sloweniens.


Wie eine Großstadt wirkt Maribor trotz seiner gut 110.000 Einwohner nicht; am Sonntagmittag sind das überschaubare, aber hübsche Zentrum um den Hauptplatz (oben) und die Promenade an der Drau eher ein wenig verschlafen. Und das eine oder andere Gebäude harrt noch der Restaurierung.

Hier noch ein paar Impressionen:

Sausal

Das Sausal ist eine hügelige Landschaft zwischen dem Murtal und der Koralpe, ohne größere Orte, aber mit fruchtbaren Böden, die sich hervorragend eignen für den Anbau von Wein, Obst, Kürbissen etc.

Einen guten Überblick hat man vom Aussichtsturmauf dem Demmerkogel:

Nett ist auch Gleinstätten, mit einem Ensemble aus Renaissanceschloß und Pfarrkirche sowie dem hutförmigen Haus der Musik:

Im Park von Gleinstätten stehen verschiedene Skulpturen.

Da darf dann auch der Photograph mal aufs Bild, allerdings eher kubistisch als naturalistisch.

Etwas unentschieden wirkt der Ortsname von Großklein: Ja watt denn nu?

Und der Nachbarort von Großklein heißt wie? Genau.

Koralpe

Wanderwetter. Wandertag!

Die Koralpe ist ein Gebirgszug zwischen dem Lavanttal in Kärnten und dem Murtal in der Steiermark. Die Grenze verläuft über den Höhenrücken, der am Großen Speikkogel mit 2140m seine größte Höhe erreicht.

Die Wanderstrecke: Bärental – Loskogel (1790m) – Seespitz (2066m) – Großes Kar – Grillitschhütte. 16,83km in 3:56h. Ca. 800hm.

Loskogel:

Steinmandl:

Blick in Richtung Westen (Lavanttal):

Auf dem Höhenrücken:

Blick vom Seespitz:

Seespitz-Gipfel:

Großer Speikkogel:

Grillitschhütte:

Klagenfurt

Drittligafußball in einem EM-Stadion sieht so aus:

Austria Klagenfurt wurde vor einigen Jahren von Politik und Wirtschaft als Kärntner Prestige-Projekt entdeckt und nach einer Fusion mit dem Villacher SV als “FC Kärnten” 2001 in die erste Liga gehievt. Das Kunstprodukt FCK war aber ziemlich schnell am Ende, und es entstand ein neuer SK Austria. In Ö macht man sowas häufiger mal.

Immerhin genügten die paar Bundesligajahre des FC Kärnten, um Klagenfurt als EM-Spielort zur EM 2008 durchzusetzen – unter kräftiger Mithilfe des damaligen Kärntner Landeschefs Jörg Haider, und vielleicht war genau das auch die wesentliche Begründung für das FC-Kärnten-Projekt. Jedenfalls erhielt Klagenfurt dann 2006-07, also schon nach dem Ableben des FCK, ein neues knapp 100 Millionen Euro teures Stadion für 32.000 Zuschauer.

Das steht nun am südlichen Stadtrand am Uni-Gelände. Zum Regionalligaspiel der Austria gegen den TSV Hartberg kommen 420 Besucher.

Eibiswald – Lavamünd

Von Eibiswald kann man per Bundesstraße parallel zur österreichisch-slowenischen Grenze durch die südliche Koralpe fahren. Die Gegend ist sehr dünn besiedelt, es gibt wenige Dörfer, dafür viel Wald, und auf der Bundesstraße bin ich fast allein. Wer will da auch schon hin; der einzige nennenswerte Ort auf 40 Kilometern Strecke ist Soboth. Und dort leben 300 Menschen.

Die Straßenverbindung erhielt Soboth übrigens erst 1937.

Ungefähr an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten liegt der Stausee Soboth. Wie man sieht, ist das Wetter heute nicht ganz so prächtig wie die letzten Tage.

Mit der Stille ist es dann aber in Lavamünd schlagartig vorbei. Der eigentlich recht hübsch an der Drau gelegene Ort ist arg vom Schwerlastverkehr geplagt, der sich durch die Hauptstraße wälzt. Lavamünd ist ein Kreuzungspunkt: Von hier führen Straßen nach Wolfsberg, Klagenfurt, Bleiburg, Graz und ins slowenische Dravograd.

Hödlmoser auf dem Fußballplatz

“(…) 

schon in der nächsten szene wird der aktive roskam von einem fürchterlichen fußtritt getroffen, so daß seine spielfähigkeit stark gemindert wird. 

roskam liegt unproduktiv am boden. 

eine einbuße muß befürchtet werden. 

nach dem fohnsdorfer publikumsprotest, der sich bis in das spielfeld hinein erstreckt, wird der fußtreter ausgeschlossen. 

am rand des spielfelds wird er von funktionären zusammengeschlagen. 

(…)” 

(Gruber, Aus dem Leben Hödlmosers, Kap. Die steirische Fußballgeschichte / Regieanweisung zu Hödlmosers Traum)

  

Du foot aussi, bien sûr. 

Am 1. Mai, beim Nachtragsspiel in Eisenerz, zwei Täler nördlich von Fohnsdorf, bleibt alles friedlich, so daß man neben dem 6:0 des heimischen WSV auch die schöne Aussicht genießen kann.

Thal bei Graz

Der kleine Ort Thal liegt etwas westlich von Graz im Grazer Bergland und besteht hauptsächlich aus einigen verstreut liegenden Siedlungen und Höfen. Einige Sehenswürdigkeiten hat Thal dennoch zu bieten: Die Pfarrkirche St. Jakob ist ein Werk von Prof. Ernst Fuchs (vgl. Bärnbach, Mosesbrunnen), der – wie Hundertwasser in Bärnbach – einen bestehenden Bau, die kleine Friedhofskirche, umgestaltete.

Fuchs entwarf auch den Erweiterungsbau für die Kirche, dessen Innenraum durchaus farbenfroh geworden ist:

Unbedingt sehenswert!

Und es gibt in Thal das Geburtshaus des berühmten Sohnes des Ortes. Als Bronzestatue steht er im Vorgarten des zum Museum umgewidmeten Hauses: Arnold Schwarzenegger.