Edelschrott

…hat ein wenig Pech mit seinem Ortsnamen (en français: on pourrait traduire le nom du village plus ou moins avec “ferraille noble”). 

Es ist aber ein hübscher kleiner Ort mit schöner Kirche im Zentrum, schön gelegen im Weststeirischen Bergland.

Wenigstens kann man den Namen nutzen, um am Ortseingang die Gäste mit einem Reim zu begrüßen.

Graz

Die Steirische Hauptstadt und die zweitgrößte Stadt Österreichs. Das merkt man sofort am Verkehr, der hier herrscht. Ich vermute ja, die suchen alle einen Parkplatz, der nicht 3-4 Euro kostet… in Zentrumsnähe. Fährt man weit nach draußen, zahlt man nur noch 1,20€ die Stunde, um dann am Rand einer Industriebrache zu parken. 

Nun ja. Das Zentrum jedenfalls, wenn man’s denn mal erreicht hat, ist wirklich hübsch. Zum Beispiel am Hauptplatz:

Von dort führt eine Treppenanlage hinauf zum Uhrturm auf dem Schloßberg:

Von oben hat man natürlich einen schönen Blick auf die Innenstadt:

Links im Bild ist übrigens (ganz in Schwarz) das neue Kunsthaus zu sehen, aus Anlaß des Kulturhauptstadtjahres 2003 errichtet.

Die Mur-Insel ist eine schwimmende Brücke, die ebenfalls 2003 installiert wurde (und anschließend wieder entfernt werden sollte, dann aber doch erhalten blieb).

Bärnbach

Die Kirche St. Barbara in Bärnbach stammt unverkennbar von Friedensreich Hundertwasser, der 1987 die zuvor recht schlichte Dorfkirche im eigenen Stil umgestaltete.

Mit der 1992 von Robert Zeppl-Sperl gestalteten Hauptschule und dem Mosesbrunnen von Ernst Fuchs besitzt der Ort gleich noch zwei weitere von zeitgenössischen Künstlern geschaffene Wahrzeichen.

Stift Rein

Das Stift Rein bei Graz ist das älteste durchgehend aktive Zisterzienserkloster weltweit. 1128 als Tochterkloster von Ebrach in Franken gegründet, war es das 38. Kloster des Zisterzienserordens.

Die heutige Anlage stammt allerdings nicht mehr aus dem 12. Jh., sondern aus der Barockzeit. Beeindruckend ist die Klosterkirche (die allerdings nicht gerade den stengen Baurichtlinien des Ordensgründers Bernhard von Clairvaux und dessen Forderung nach Schlichtheit entspricht).

Ins Murtal

Wechsel der Szenerie: Über den 1274m hohen Triebener Tauernpaß geht es durch die Niederen Tauern nach Süden ins Tal der Mur. Der Ort an der Paßhöhe in den Niederen Tauern heißt kurioserweise Hohentauern.

In der weiten und flachen Ebene der Mur hat sich viel Industrie angesiedelt und ist ein größerer Ballungsraum entstanden. Die Städte dort (Judenburg, Spielberg, Zeltweg, Knittelfeld…) sind meist architektonisch weniger spannend: Zeltweg hat einen Flugplatz, auf dem früher auch Formel-1-Rennen ausgetragen wurden und ein kleines Zentrum mit Pfarrkirche.

Spielberg, wo sich die aktuelle Formel-1-Rennstrecke befindet, die ich aus Gründen aber links liegen lasse, ist nur eine Ansammlung von Weilern mit einer in den 90ern erbauten Marktpassage als “neue Mitte”.

Sehenswert ist Fohnsdorf, wo bis 1978 noch Kohle abgebaut wurde und sich heute ein Bergbaumuseum am 45m hohen Fördergerüst befindet.

Auch in der Literatur hat Fohnsdorf seinen Platz gefunden, nämlich mit dem satirischen Roman “Aus dem Leben Hödlmosers” von Reinhard P. Gruber. Ist als Reiselektüre natürlich im Gepäck. Empfehlung vom Reisehasen (wenn man mit der durchgängigen Kleinschreibung Grubers zurechtkommt).

Ennstal

Na? Noch nicht genug von den Landschaftsphotos? Hier sind noch ein paar aus dem faszinierend schönen Ennstal. ?

   

Heute geht’s weiter in Richtung Süden, von Liezen über Judenburg nach Deutschlandsberg. 

Der Grimming von Irdning aus:

Dachstein von Schladming aus (auch für den Stadionphoto-Blog verwendbar):

Nochmal Dachstein:

In der Ramsau:

Kummerbrücke im Gesäuse:

Landschaft um die Wallfahrtskirche Frauenberg:

Bei Aigen im Ennstal:

Dachstein

Der Dachstein dürfte der höchste Punkt dieser Tour sein. Von der Talstation auf 1700 Meter Höhe fährt die Dachstein-Seilbahn auf 2700 Meter Höhe hinauf. Der Spaß ist nicht gerade günstig: 40 Euro kostet die Fahrt, incl. der Attraktionen oben. Dazu kommen 14 Euro für die Mautstraße zur Talstation (die dann aber zum Glück auf die Seilbahnfahrt angerechnet werden).

Ich gönne mir den Spaß. Oben hat man von der Gipfelstation eine gigantische Aussicht auf das Dachsteinmassiv und die Tauern. Bei minus 6 Grad und starkem Wind braucht man allerdings ein dickes Fell, um diese ausgiebig zu genießen.

Zu den Attraktionen im Bereich der Gipfelstation gehört auch eine Eishöhle mit verschiedenen Skulpturen. Die fand ich nicht überragend, aber teilweise ganz nett gemacht. Unnötig war bloß der Bulle eines Dosengetränkefabrikanten, dem ich gerne ein Loch in den Arsch gebrannt hätte (also, dem blöden Bullen natürlich) (hab aber kein Feuerzeug dabei).

Und es gibt eine Hängebrücke zwischen zwei Felsen und eine “Treppe ins Nichts”. Das ist die Hängebrücke. Da drüber? Der Hase muß bekloppt sein. ?

Er ist es. Beweis:

Die Brücke ging sogar noch, aber diese Treppe mit gläsernem Boden (schneebedeckt und daher extrem glitschig) hat mich dann doch an meine Grenzen gebracht.

Wuah. Da hat meine Höhenangst dann doch gewonnen…

Wieder wohlbehalten unten: Schneehase.

Schladming

Schladming ist Zentrum eines riesigen Skigebietes und Ski-Weltcup-Ort. 

Auf der berühmten Planai finden alpine Weltcuprennen statt, vor allem der Slalom, der seit einigen Jahren unter Flutlicht ausgetragen wird. Dementsprechend kommerziell ist der Ort natürlich ausgeichtet, vor allem im Zielbereich der Rennpiste, der sich im Ortszentrum befindet und “Planet Planai” heißt.

Schladming ist aber auch ein sehr alter und wichtiger Handelsort im oberen Ennstal (Stadtrechte 1322) und hat sich eine Handvoll historischer Bauten wie die schöne Pfarrkirche oder das heutige Rathaus erhalten.

Eisenerz

Eisenerz heißt nicht umsonst so: Die Kleinstadt liegt am Fuß des Erzberges, wo schon im Frühen Mittelalter Erz abgebaut wurde und heute eine mächtige Tagebauanlage entstanden ist. Der terrassenförmige Erzberg beherrscht das Stadtbild.

Der Erzabbau existiert noch, aber die Stadt leidet unter dem Strukturwandel: Die Einwohnerzahl sinkt rapide, das örtliche Krankenhaus wird demnächst geschlossen, die Stadt ist hoch verschuldet. Dabei ist Eisenerz eigentlich ein sehr hübsches Städtchen, das schön gelegen ist und einige Sehenswürdigkeiten aufweist, u.a. die Wehrkirche St. Oswald und den Schichtturm aus dem 16. Jh., der den Bergleuten den Schichtbeginn anzeigte und der Brandüberwachung diente.

Und falls die Bilder dem einen oder anderen bekannt vorkommen: Hier in Eisenerz wurde der Krimi-Vierteiler “Pregau – Mörderisches Tal” gedreht.