Bad Karlshafen

In der Zeit um 1700 wollte Landgraf Carl seiner Grafschaft Hessen-Kassel einen wirtschaftlichen Aufschwung bescheren und plante daher eine Kanalverbindung von der Weser zur Lahn und damit zum Rhein.

Das Projekt war mindestens ambitioniert, vor allem angesichts der bergigen Landschaft hier im nördlichen Hessen. Und auch wenn geplant war, Flußtäler wie das der Diemel zu nutzen, scheiterte das Projekt bald.

Vom Kanal entstand nur ein recht kurzes Stück von der Weser bis kurz vor Hofgeismar. Und selbst davon haben sich heute nur Teilstücke erhalten, die aber nicht befahrbar sind.

An der Weser, am Beginn des geplanten Kanals, entstand außerdem eine neue Stadt: Sieburg, das einige Jahre später in Carlshafen umbenannt wurde und heute Bad Karlshafen heißt. In der Stadt siedelten sich aus Frankreich vertriebene Hugenotten an, denen Landgraf Carl hier eine neue Heimat bot. Carlshafen war als zentraler Handelsplatz an der Weser vorgesehen, blieb aber, auch wegen des Scheiterns beim Kanalbau, eine etwas abgelegene Kleinstadt, die für einen Ort dieser Größe eine beachtliche Zahl repräsentativer Gebäude aufweist. Das Stadtbild mit seinen zum großen Teil noch aus der Zeit der Stadtgründung um 1700 stammenden, weiß verputzten Gebäuden ist sehr sehenswert, vor allem rund um den Stadthafen, der über eine alte Schleuse mit der Weser verbunden ist. Hier steht das Rathaus, das im Plan des Landgrafen als Handelskontor, Pack- und Lagerhaus vorgesehen war.

Selbst das Invalidenhaus von 1704-10 ist eine große, palaisähnliche Vierflügelanlage.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*