An der Maas

Während alle anderen Hasen an Ostern Sonderschichten einlegen müssen und neben dem Eierverstecken auch noch sämtliche Schaufenster bevölkern müssen, verbringt der Reisehase die Ostertage wie schon im vergangenen Jahr dort, wo es richtig schön ist.

In Lothringen. Genauer: Im Maastal zwischen Saint-Mihiel und Neufchâteau.

Die Beiträge kommen verspätet; ich hatte keine Lust, mich mit der nur unzuverlässigen WordPress-App herumzuschlagen.

Für die Anfahrt mußte der Reisehase ein paar Haken schlagen, weil die A5 sich mal wieder sehr stauanfällig zeigte. Aber das Hakenschlagen sollte ein Hase ja schließlich beherrschen.

Frankreich also, genau wie letztes Jahr an Ostern. Die Tour beginnt an der Butte de Montsec, einem ziemlich prägnanten Bergrücken im Regionalen Naturpark Lothringen.

Hügel und Dorf Montsec liegen etwa in der Mitte zwischen dem Maas- und dem Moseltal, etwas südlich des Lac de Madine.

Auf dem Berg, der im Ersten Weltkrieg stark umkämpft war, haben die Amerikaner in den 20er Jahren ein Monument errichtet, das an die Gefallenen der damaligen Schlachten erinnert. Ein monumentales Monument.

Etwas westlich liegt, schon im Tal der Maas, Saint-Mihiel. In dem kleinen Städtchen wurde der Bildhauer Ligier Richier geboren, den in Deutschland kaum einer kennt, der aber zu den wichtigsten und besten Bildhauern seiner Zeit (des 16. Jahrhunderts) zählt.

Seine Geburtsstadt besitzt zwei große Kirchen, die jeweils eines seiner Werke vorzeigen können: Die Abteikirche hat ein Fragment einer größeren Figurengruppe, die Kirche Saint-Étienne eines seiner Hauptwerke: Eine Grablegung aus einem guten Dutzend Figuren.

Wie man allerdings auf die seltsame Idee kommen kann, die Gruppe so grusam blau-lila anzustrahlen, weiß ich nicht. Das war beim letzten Besuch noch nicht so.

Noch etwas weiter maas-aufwärts, also südlich, liegt Commercy. Hier ließ König Stanislas (der den treuen Hasenblog-Lesern noch aus Nancy bekannt sein sollte) ein großes Barockschloß errichten.

Die Größe des Schlosses zeigt es: Nancy und Lunéville genügten dem auf dem Lothringer Abstellgleis endgelagerten Herrscher offensichtlich nicht.

Die Stadt Commercy war aber schon im Mittelalter Hauptort einer Grafschaft; das Herrscherhaus der späteren Saarbrücker Fürsten stammt von hier.

Commercy ist aber vor allem bekannt für ein Gebäck: Die Madeleines wurden hier erfunden.

Und zwischendurch lohnt es sich immer mal, irgendwo am Flußufer anzuhalten. So wie hier bei Maxey-sur-Meuse.

Oder auf den Höhenzügen an den Talrändern, wie hier bei Clérey-la-Côte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*