Dublin: Famine Monument

Die Pogues, deren Lieder ja fast schon zum Soundtrack dieser Tour geworden sind, weil sie einfach zu fast jedem irischen Thema den passenden Song haben, schrieben natürlich auch ein Lied zur großen Hungersnot von 1846-49. Es ist eines ihrer schönsten Lieder, hervorragend komponiert und mit kraftvollem, hoch emotionalem Text: Es heißt “Thousands are sailing” (“…across the Western Ocean / To a land of opportunity / That some of them will never see”). Auch “The fields of Athenry”, das vielleicht schönste aller irischen Volkslieder überhaupt, handelt von der “Great Famine”.

1846 kam es aufgrund der sich rasant verbreitenden Kartoffelfäule zu Mißernten, unter denen die verarmte Landbevölkerung schwer zu leiden hatte. Hilfe durch den englischen Staat gab es nicht; dieser pochte vielmehr sogar auf die Erfüllung der Pachtzahlungen in Form von Lebensmittelexporten nach England. Die Folgen waren drastisch: Von den etwa 8,1 Millionen Einwohnern, die Irland um 1840 hatte, verhungerte etwa eine Million; knapp 1,5 Millionen Menschen wanderten aus. Selbst heute leben auf der irischen Insel mit 6,2 Millionen noch immer deutlich weniger Menschen als 1840. Die “Great Famine” war ein tiefer Einschnitt in der irischen Geschichte und bildet auch eine der wesentlichen Grundlagen für die späteren irisch-englischen Konflikte. Die Details hierzu erzählt das EPIC, das Museum der irischen Emigration.

Vor dem Museum am Liffey-Ufer steht das Famine Monument, das an die Hungersnot erinnert.

Ebenfalls direkt am Museum liegt die Jeanie Johnston vor Anker, die Rekonstuktion eines der Segelschiffe, mit denen die Auswanderer über den Atlantik fuhren.

Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte: Liam O’Flahertys Roman “Zornige grüne Insel”, dessen eigentlicher Titel schlicht “Famine” (Hungersnot) lautet, schildert die Ereignisse aus der Sicht einer Bauernfamilie.

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