Seligenporten

Seligenporten ist einer der seltenen Orte, an denen sowohl mein Faible für Zisterzienserklöster bedient wird als auch höherklassiger Fußball zu sehen ist. Der SV Seligenporten spielte nämlich bis letzte Saison in der Regionalliga (aktuell Bayernliga, also fünfte Liga). Und bei ihrer Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2007/08 zogen die “Klosterer”, wie sie sich nennen, dann auch noch ein Traumlos: Arminia kam nach Seligenporten und gewann 2:0. Die Bielefelder scheinen sich damals in Seligenporten benommen zu haben, denn es entstand eine lose Fanfreundschaft, mit Besuchen und Gegenbesuchen. Das ist mittlerweile aber wieder eingeschlafen, soweit ich das aus der Entfernung beurteilen kann.

Daß der Verein aus dem 1600-Seelen-Dorf so hochklassig antritt, ist natürlich kein Zufall, sondern dem recht gut gefüllten Geldbeutel eines Stahl- und Recycling-Unternehmers zu verdanken, der seit Jahren als Förderer auftritt. Er spendierte vor ein paar Jahren auch einen komplett neuen Sportplatz und ein großes modernes Vereinsheim. 

Der alte Platz mit der winzigen Tribüne existiert auch noch; die Tribüne zumindest hat aber schon bessere Tage gesehen.

Und vor dem Fußballspiel statte ich natürlich noch dem Kloster einen Besuch ab. Ich war hier aber vor etwa zehn, zwölf Jahren schon mal. Vom 1242 gegründeten Zisterzienser-Nonnenkloster Seligenporten (schon der Name verrät den monastischen Ursprung des Ortes) steht vor allem noch die Kirche.

Im Inneren: Eine alte Holzempore mit laut knarzenden Balken und dem ältesten Chorgestühl Deutschlands; es stammt noch aus dem 13. Jahrhundert, also aus der Gründungszeit des Klosters.

Von der Nonnenempore blickt man hinunter in den gotischen Chor.

Ans Kloster erinnern auch noch einige alte Grabsteine.

Um die Kirche liegt der ehemalige Klosterbezirk mit einigen Wirtschaftsgebäuden und einem Klostergebäude, das heute als Hotel/Gasthof genutzt wird. Es gab auch, jedenfalls als ich damals hier war, einen richtig schönen Biergarten im Innenhof. Die Biergarten-Saison ist für dieses Jahr aber vorbei.

Zum Klosterbezirk gehören auch einige alte Fachwerkhäuser und  ein Torturm.

Und dann gehen hinter der Klosterkirche die Flutlichter an. Also auf in die sog. MAR Arena. Die Klosterer spielen unter Flutlicht gegen Jahn Forchheim und gewinnt mit 4:0.

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