Holstein: Der Südwesten

Heute steht nichts sonderlich Spektakuläres auf dem Programm. Deshalb wird’s ausnahmsweise nicht ganz so ausufernd. Von Bordelum und dem richtig guten Hotel Landhaus Sterdebüll und den netten Menschen dort muß ich mich heute leider veabschieden. Es geht wieder in Richtung Süden, zunächst gute 110 Kilometer bis Itzehoe und dann von dort entlang der Stör nach Osten.

Itzehoe, die Kreisstadt des Landkreises Steinburg ist im Zentrum ziemlich uneinheitlich bebaut…

…und daher bestenfalls mäßig hübsch. Das weitgehende Fehlen historischer Bausubstanz ist den Schweden anzulasten, die die Stadt im 17. Jahrhundert zerstörten. Die Maxime scheint aber heute zu sein, daß jedem hübschen Haus ein weniger ansehnliches zur Seite gestellt werden muß, denn auch beim barocken Prinzeßhof guckt ein Wohnblock um die Ecke.

Interessant ist zumindest das Theater:

Für den nettesten Platz sorgen aber wieder mal die Zisterzienser. Die hatten hier im 13. Jahrhundert ein Kloster gegründet, das nach der Reformation in ein adeliges Damenstift umgewandelt wurde.

Etwas hübscher ist die Kleinstadt Kellinghusen, auch wenn es hier ebenfalls nur wenig historische Bauten gibt. Der Ort war bekannt für Töpferware und Keramik; ein Museum am Hauptplatz widmet sich diesem Thema. 

Weiter geht’s in Richtung Osten. Das Bemerkenswerteste an Hasenmoor ist  der Name.

Die kleine Gemeinde hat 730 Einwohner, die sich auf mehrere Ortschaften verteilen. Ein richtiges Zentrum gibt es nicht. Der namensgebende Ortsteil Hasenmoor besteht nur aus ein paar Gehöften entlang der stark befahrenen B 206.

Ebenfalls zu Hasenmoor gehört der Flugplatz Hartenholm, wo es dann doch noch etwas zu sehen gibt.

Ja gut, das ist jetzt nicht Frankfurt, aber mehr los als beim BER ist ja schon. Und demnächst wird hier nochmal deutlich mehr los sein:

Ein Literatur-Festival sozusagen. Es wird eine dritte Auflage des Rennens zwischen Werner auf seiner “Red Porsche Killer”-Maschine und Holgi im 911er geben. Schon das erste Rennen 1988 hatte hier stattgefunden und eine Riesenmenge Zuschauer angezogen, die ein gigantisches Verkehrschaos produzierten. Dieses Mal will man besser vorbereitet sein; aus dem nicht weit entfernten Wacken werden Erfahrungen und stapelweise Absperrgitter herangekarrt. Drei Tage Paadie. Fump. Öttel. Gröhl. 

Da werden die Hasen in Hasenmoor ein unruhiges Wochenende haben.

Noch ein Stück weiter liegt Todesfelde, und spätestens jetzt ist man auf dem Land. In Deathfield.

Der SV Todesfelde hat sich seit vielen Jahren unter den besten Amateurvereinen Schleswig-Holsteins etabliert, spielt in der Oberliga eine gute Rolle und macht aus dem nach  tiefster ländlicher Einöde klingenden Ortsnamen das Beste: Er setzt voll auf das Image des Dorfvereins. Das funktioniert, denn auf dem Sportplatz geht es doch recht lebendig zu; es gibt für Oberliga-Verhältnisse gute Zuschauerzahlen und sogar eine eigene Fantribüne.

Kurzer Gang durch den Ort: 1.100 Einwohner. Kirche, Backstein-Gehöfte, Hauptstraße. Fertig.

Für die Statistiker: Todesfelde-Eichede 1:1 (0:0).

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