Seebüll

In Seebüll, kurz vor der dänischen Grenze, lebte der Maler Emil Nolde, der eigentlich Emil Hansen hieß und sich nach seinem Geburtsort Nolde (heute in Dänemark, auf der anderen Seite der Grenze) nannte. Nolde zählt zu den bedeutendsten expressionistischen Künstlern; bekannt ist er vor allem für seine farbintensiven und ausdrucksstarken Blumen- und Landschaftsbilder.

Häufig malte er seine nordfriesische Heimat; wenn man sich die Landschaft um Seebüll anschaut, wird klar, daß er kein bekannter Gebirgsmaler à la Defregger oder Segantini werden konnte… obwohl er sogar zeitweise in Dachau und München lebte.

1926 kaufte Nolde eine Warft, nannte sie Seebüll und ließ ein Wohnhaus errichten, dessen Entwurf von ihm selbst in Zusammenarbeit mit dem Architekten Georg Rieve stammte. Der Bau wirkt noch immer modern und paßt mit den Backsteinwänden auch perfekt in die friesische Landschaft.

Im Haus ist heute eine Ausstellung mit Werken Noldes untergebracht, der unter den Nazis als “entartet” galt, mit Berufsverbot belegt wurde (als über 70-Jähriger) und diese Zeit überbrückte, indem er sich auf kleinerformatige Aquarelle konzentrierte. Neben dem Hauptsaal mit Gemälden…

…sind auch seine meisterhaften Aquarelle und Zeichnungen zu sehen, so wie diese mit ballspielenden Mädchen, die mir besonders gut gefällt und die zeigt, daß er auch ein großartiger Zeichner war.

Auch Werke der Künstlergruppe Die Brücke sind ausgestellt, an der Nolde (zusammen mit Karl Schmitt-Rottluff, Max Pechstein, Fritz Bleyl und dem den Hasenblog-Lesern schon in Halle/Saale begegneten Ernst Ludwig Kirchner) beteiligt war. 

Auf dem Gelände befindet sich auch das Grab Emil Noldes, der 1956 starb, und seiner Frau Ada, ebenfalls Künstlerin.

Auch die Anlage des schönen Gartens gestalteten die Noldes selbst; die Wege beschreiben ein A und ein E (für Ada und Emil). Verbunden sind sie durch ein kleines Wasserbassin in der Mitte. So stehe ich dann zwischen A und E… 

Passend zu Noldes Bildmotiven ist der Garten ein einziges Blumenmeer und gerade bei Sonne voller Farben. 

Darin nimmt auch der Reisehase gerne mal ein Bad.

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