Loch Lomond

„Oh ye’ll take the high road and I’ll take the low road / And I’ll be in Scotland afore ye / But me and my true love will never meet again / On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond.“

Wer mal auf einem Runrig-Konzert war (ich war, muß so etwa 1995 gewesen sein, und es war sehr gut), kennt dieses ebenso schöne wie traurige Lied. Es ist eines der bekanntesten schottischen Volkslieder und handelt von einem schottischen Soldaten, der (von den Engländern) hingerichtet wird – und steht für die Sehnsucht nach den Highlands und dem größten schottischen See, dessen „bonnie banks“ sich heute wetterbedingt leider etwas grau präsentieren. 

Hier, an der „Queen of the Scottish Lakes“ spielt Walter Scotts berühmtes Gedicht „The lady of the lake“.

Trotz des grauen Himmels ein schöner Ausklang der Wanderung. 

Glen Loin and Coiregrograin

… so war die Wanderung überschrieben, die ich mir ausgesucht hatte. Die Unterlagen habe ich wohlweislich ausgedruckt, denn nach den Orten zu fragen hätte wohl nicht funktioniert. 

Von Arrochar am Loch Long nach Tarbet am Loch Lomond sind es auf direktem Weg 3,2km. Ich habe aber obenstehende Runde gewählt und mich kurz vor Tarbet nochmal kräftig verlaufen. Macht in Summe: 26,63 Kilometer. Hui.
Ohne Abkürzung, liebe Altherrenwanderer!

Nicht mal die Füße tun weh. Das wird aber kommen, sobald ich sie wieder spüre. ?

Blick auf Arrochar am Loch Long, einem Meeresarm des Firth of Clyde.

Die Strecke führte durch die Berglandschaft westlich des Loch Lomond, aber nicht ganz auf die Gipfel (da wären eh die Wolken gewesen), sondern entlang der Bergflanken.

Schöne Tour, die auch ein bißchen Highland-Feeling brachte.

Falkirk Wheel

Ein paar Kilometer westlich von Falkirk steht am Abzweig des Union Canal vom Clyde and Firth Canal das 2001 eröffnete Falkirk Wheel. Diese Konstruktion ist ein Drehhebewerk, also mehr oder weniger eine sich drehende Schleuse. Die offizielle Bezeichnung ist wohl Rotationshebekran. 

Das Falkirk Wheel funktioniert ungefähr wie ein Riesenrad, mit zwei Bottichen als „Gondeln“. Das Rad dreht sich dann um die Mittelachse. Auf diese Weise werden 35 Meter Höhenunterschied überbrückt – und die Konstruktion ersetzt somit elf normale Schleusen. Eine geniale, weltweit einzigartige Konstruktion. So sieht’s nach der Hälfte des Hebevorganges aus:

Faszinierend.

Glasgow III

Auch die Viktorianische Epoche und der Historismus sind in Glasgow gut vertreten. Vor allem am George Square, dem zentralen Platz der Stadt. Hier stehen die City Chambers.

Kelvingrove im Westen der Stadt gehört zu den gehobeneren Stadtteilen; die Bebauung i  der Umgebung paßt sich dem 1901 im neobarocken Stil erbauten Kelvingrove Art Gallery and Museum an.

Außerdem ist Glasgow eine Shopping-Metropole, mit unzähligen Geschäften, unter anderem in der Buchanan Street, die mit Blick auf Edinburghs Royal Mile auch als „Style Mile“ bezeichnet wird.

Den Jugendstil hätte ich gerne intensiver gewürdigt, aber Charles Mackintoshs Glasgow School of Art ist gerade komplett hinter Gerüsten verschwunden.
Es gibt auch schöne Passagen, z.B. die Argyle Arcade:

Und weitere markante Gebäude im Zentrum.

Celtic Park

Paradise. So nennen die Celtic-Fans ihr Stadion, und angesichts der fast religiösen Verehrung, die dieser Verein erfährt, scheint es nicht mal übertrieben. 

1888 im Umfeld der katholischen Arbeiterschaft, im wesentlichen im Milieu irischer Auswanderer, gegründet, war Celtic stets mehr als nur ein Fußballverein und diente immer auch als Identifikationsobjekt in der Industriestadt Glasgow. Nach Irland weisen die Clubfarben Grün und Weiß, das Kleeblatt im Wappen und natürlich der Name. Im Stadion wehen irische Fahnen, und man singt Widerstandslieder wie „Fields of Athenry“.

Daher ist auch das „Old Firm“, das Duell mit dem Ortsrivalen Rangers, mehr als nur ein Derby. Politisch (Irisch-republikanisch gegen royalistisch) und religiös (katholisch gegen protestantisch) prallen hier Welten aufeinander und werden die gesellschaftspolitischen Konflikte der Insel auf und neben dem Platz ausgetragen.

Heute ist aber kein Old Firm, sondern ein normales Ligaspiel gegen Partick Thistle, das 1:1 endet, weil Celtic einen Elfmeter verschießt und Partick einen von zwei Torschüssen versenkt. Da die Gäste ansonsten durchgängig mit fünf bis acht Mann in der Abwehr stehen, ist das Ganze auch nur bedingt ansehnlich. Und Celtic steht ohnehin schon als Meister fest.

Bleibt also genügend Zeit, sich das Stadion anzuschauen und die Aussicht in Richtung Stadt zu genießen. 

Résumé en français: Du foot. Pfff. ? Bien que le Celtic, c’est beaucoup plus que du foot seulement. ?

Glasgow

Erste Eindrücke.

Ich war schon mal hier, aber das war vor zwölf Jahren für einen halben Tag. Das zählt also nicht so richtig.

Los gehts mit der Kathedrale, die dem Heiligen Mungo geweiht ist, dem Stadtpatron. Er wurde 603 an dieser Stelle begraben.

Direkt gegenüber liegt auf einer Anhöhe die Nekropole, der alte Friedhof.

Die lebhafte und geschäftige Innenstadt bietet Modernes…

…und Klassisches:

Glasgow ist auch eines der Zentren des Art Nouveau, also der britischen Ausprägung des Jugendstils. Der Bahnhof Glasgow Central erinnert daran.

Und das Wetter? Windig, kühl, bedeckt. Aber trocken.