Westlich von Montauban liegt am Ufer der Garonne die Zisterzienserabtei Belleperche.

Das Gebäude, aus der Barockzeit stammend, liegt am Südufer des Flusses, weshalb die Rückseite (die Flußseite) an sonnigen Tagen nur im übelsten Gegenlicht zu photographieren ist. Mit ein bißchen Aufwand beim Hantieren mit den Belichtungseinstellungen kriegt man zwar ein einigermaßen brauchbares Bild hin, aber ein Kalenderphoto wird das hier sicherlich nicht.

Hier zum Vergleich der Blick in die Gegenrichtung: Vom Abteigebäude auf die Garonne und die Hängebrücke.

Und ganz in der Nähe wird der Fluß auch noch von einem Eisenbahnviadukt überbrückt.

Das Kloster ist zur Besichtigung geöffnet. Heute, am Tag des offenen Denkmals, der in Frankreich traditionell sehr umfangreich begangen wird, ist der Eintritt frei, und auf dem Gelände gibt es ein Mittelalterfest.

Das Abteigebäude, genauer gesagt der ehemalige Mönchsflügel, stammt sichtlich nicht mehr aus der Gründungszeit des Klosters, das 1143 dem Zisterzienserorden beitrat und in der Revolution aufgelöst wurde. Die restlichen Teile des Klosters, auch die Kirche, haben sich nicht erhalten. Auch die Säle im Kloster sind nicht mehr ganz dem entsprechend, was sich Bernhard von Clairvaux eigentlich als Prinzipien für das Klosterleben vorgestellt hatte. Also Schlichtheit und so, mit Brettern als Schlafplätzen.

Im Kloster ist eine Ausstellung zu Tafelgeschirr im Lauf der Zeit zu sehen.

Und wie schon häufiger gesagt: Jede Ausstellung, die etwas auf sich hält, sollte mindestens einen Hasen präsentieren. Hier gab es mehrere, unter anderem diesen Teller (der allerdings, zugegeben, vermutlich aus einer Serie mit Jagdmotiven stammt).

In einem Raum haben sich Inschriften und Graffiti aus dem frühen 19. Jahrhundert erhalten. Besonders anrührend sind die von Clémence und Alceste, die sich über mehrere Jahre immer wieder verewigt haben, mit zwei ineinander verschlungenen Herzchen. Bis sie dann an einer der Wände ihre Trennung dokumentiert haben. Clémence hat jemand anderen geheiratet, und Alceste ist nach Mauritius ausgewandert und jung gestorben, wie man aus Dokumenten (also nicht von diesen Wänden) weiß. Kein Happy End, jedenfalls kein gemeinsames.

Auch von Alceste stammt diese große Inschrift: Vive la Liberté!
