Montech – Pente d’Eau

Während die Franzosen mit „Pente d’Eau“ eine recht kurze Bezeichnung gefunden haben, müht man sich im Deutschen mit dem sperrigen Wort „Wasserkeilhebewerk“ ab, um eine einzigartige technische Anlage zu benennen, die den Reisehasen schon bei seinem ersten Besuch 2006 sehr fasziniert hat.

Die auf den ersten Blick etwas kurios wirkende Konstruktion ist Teil des Garonne-Seitenkanals (Canal Latéral à la Garonne) und war, als sie 1973 eröffnet wurde, die erste ihrer Art – weltweit. In Kürze erklärt: Zwischen zwei Fahrzeugen, die in einer Betonschiene fahren, ist eine Art Schleusentor angebracht. Das Schiff fährt in die ansteigend angelegte Schleusenkammer, das Tor wird geschlossen und die Fahrzeuge schieben das Schiff und das Wasser in der Kammer eine schiefe Ebene hinauf. So erspart das Wasserkeilhebewerk gleich fünf Schleusen, die nebenan am Kanal nötig sind.

Das Hebewerk ist somit etwa dreimal so schnell wie die parallele Schleusentreppe. Beziehungsweise: Es WAR schneller, denn 2009 kam es zu einem Motorenbrand in einem der Fahrzeuge, und seitdem lag das Hebewerk still. Nachdem zwischenzeitlich sogar die Rede davon war, diese einmalige Konstruktion komplett zu demontieren, wurde die Anlage vor ein paar Jahren zum Glück restauriert, allerdings nur museal und leider nicht mehr funktionsfähig wiederaufbereitet, was ich sehr schade finde, denn so eine Pente d’Eau gibt es weltweit nur noch ein zweites Mal: In Fonseranes bei Béziers, wo die Anlage aber ebenfalls stillgelegt ist. Bei der Restaurierung bekamen die Fahrzeuge, die ursprünglich klassisch hellblau-weiß waren, dann auch diesen extravaganten Anstrich verpaßt. Ich fand das ursprüngliche Hellblau ja eleganter als diese clown-artige Bemalung, aber immerhin ist die Anlage erst einmal gerettet, und das ist ja das Wichtigste.

In eines der Führerhäuser kann man auch hineinschauen.

Es wäre trotzdem schön, wenn man die Pente d’Eau auch wieder funktionsfähig machen könnte.

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