Das Minervois ist eine Landschaft zwischen den Bergen des Haut-Languedoc und der Ebene, durch die der Canal du Midi gelegt wurde. Daher ist das Minervois landschaftlich auch mehr oder weniger zweigeteilt.

Es gibt einen flacheren Teil, eine sanft nach Norden ansteigende Fläche, die mit ihrer Ausrichtung nach Süden für den Weinbau geradezu prädestiniert ist.


Und es gibt oberhalb einen bergigeren Teil, der zwar keine atemberaubenden Höhen erreicht, aber immerhin doch deutlich weniger fruchtbar ist. Auf den sehr kargen und wasserarmen Kalkböden wachsen hier ganz andere Pflanzen als in der Ebene.

Von einem Aussichtspunkt oberhalb des kleinen Dorfes Siran sieht man weit über die Ebene im Pyrenäenvorland, mit den ersten Gipfeln der Pyrenäen im Hintergrund. In den beiden folgenden Bildern kann man rechts der Bildmitte den Pic du Canigou erahnen, einen 2785m hohen Gipfel, der aber beim heutigen Wetter nahezu im Dunst verschwindet (hinter dem dunklen Bergrücken und den helleren Bergen der zweiten Reihe).


Die Kalkfelsen bilden teilweise auch sehr markante Formationen, die man so ähnlich unter anderem im Jura finden kann.

Die Orte im Minervois liegen zum größten Teil unten in der Ebene und sind heute stark vom Weinbau geprägt, oder vom Abbau von Marmor, wie in Caunes-Minervois, einem Dorf, das um ein altes Kloster entstanden ist. Im Ort stehen auf der Place de la République zwei alte Platanen, die zur Zeit der Revolution gepflanzt wurden und „Danton“ und „Robespierre“ getauft wurden.

Die beiden alten Bäume haben in den mehr als 200 Jahren einen beeindruckenden Umfang erreicht.

Nicht mehr viel los ist hingegen, wie man sieht, am Bahnhof von Caunes-Minervois: Die 1887 eröffnete Bahnstrecke, die aus Moux kam und hier in Caunes nach 28 Kilometern endete, wurde schon 1969 stillgelegt. In Frankreich war man mit dem Kahlschlag der Nebenbahnen noch viel konsequenter als in Deutschland. Hier fährt abseits der Hauptstrecken praktisch gar keine Eisenbahn mehr.

In welcher Landschaft die Orte liegen, sieht man schon am Namen: Caunes-Minervois, Peyriac-Minervois, Rieux-Minervois, Villeneuve-Minervois. Ganz besonders reizvoll, vom Namen her, findet der Reisehase ja Laure-Minervois. Weil er sich dann an Laure Manaudou erinnert, die 2004 in Athen einmal einen kompletten Medaillensatz im Schwimmen gewinnen konnte, mit Gold über 400m Freistil. Bei Olympia in Peking 2008 ist der Reisehase extra um drei Uhr nachts aufgestanden, um das Freistil-Finale zu schauen. Da wurde Laure aber nur Achte. Der Reisehase war aber trotzdem verliebt. 🫠

Laure-Minervois hat etwa tausend Einwohner und ein paar hübsche Gassen mit alten Häusern, eine alte Kirche und Reste der Ortsbefestigung zu bieten.

Einen schönen Ortskern bietet auch Conques-sur-Orbiel, das trotz des abweichenden Namenszusatzes auch im Minervois liegt. Die Straßen im Zentrum zu meiden, ist auch hier ein guter Ratschlag (den der Reisehase auf dieser Tour schon mal gegeben hat).

Diese Gasse kam aber kurz nach dem Photo ein Geländewagen heruntergefahren. Der allerdings doch schon die eine oder andere Schramme hatte. Das bleibt nicht aus, wenn die maximal zulässige Breite stellenweise nur 1,70 Meter ist (laut Verkehrsschild im Ort). Ich weiß die genaue Breite der Tschechin auf Anhieb nicht, aber der Versuch, eine 1,70m breite Straße zu befahren, dürfte im Totalverlust enden. Was ich nicht möchte, weil ich die Tschechon noch etwas länger haben möchte. Ich parke also weiterhin lieber am Ortsrand und erobere das Zentrum zu Fuß. Gilt übrigens ganz allgemein auch für weniger enge Ortskerne.