Fontfroide

Südlich von Narbonne versteckt sich in einer einsamen Gegend eine der schönsten Zisterzienserabteien Frankreichs: Fontfroide.

Bevor man sich auf den durchaus weiten Weg vom nächsten Ort aufmacht, sollte man zweierlei wissen: Erstens: Der Eintritt ist alles andere als günstig (14€ – ich muß unbedingt nachschauen, was ich beim ersten Besuch 2003 bezahlt habe; damals hatte ich sogar noch eine Führung, aber ich bin mir sicher, zweistellig war das noch nicht). Zweitens: Wer darauf spekuliert, nur mal von außen zu schauen und sich den Eintritt zu sparen: Das klappt nicht, denn von außen sieht man vom Kloster gar nix, nur das (jüngere) Eingangsgebäude. Von außen würde man allerdings zum Beispiel auch den Kreuzgang nicht sehen, und der allein ist ja den hohen Eintritt schon wert. Dem Reisehasen jedenfalls gefällt’s hier, wie man vielleicht sehen kann.

Wie üblich bei den klassischen Anlagen der Zisterzienser ist der Außenbau sehr schlicht gestaltet.

Und ist trotzdem so schön.

Fontfroide, schon 1093 gegründet, war übrigens anfangs ein Benediktinerkloster. Aber nachdem Bernhard von Clairvaux hier zu Besuch war, trat der Konvent zum Zisterzienseroden über. Aus der Zeit danach, also aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, stammt die heutige Klosteranlage zumindest noch in Teilen.

Wie bei den Zisterziensern üblich, zeigt sich die wahre Schönheit erst im Inneren. Wer mal in Fontenay war, weiß das – auch wenn gerade dieses Kloster als Beispiel gar nicht so gut taugt, weil dort ja auch schon die Außenansicht zum Niederknien schön ist. Hier in Fontfroide lohnt sich der Blick in das Mittelschiffgewölbe der Kirche (oben) und vor allem: Der Kreuzgang!

Der große Saal der Konversen (Laienbrüder) direkt im Eingangsbereich, ist so im traditionellen Plan der Zisterzienser eigentlich nicht vorgesehen. Schön ist er trotzdem.

Er bildet die Westseite des Arbeitshofes (Cour Louis XIV) aus etwas späterer Zeit.

Zu dem Kreuz, das man im Bild oben auf dem Berg über dem Kloster sehen kann, führt ein Wanderweg. Der ist aber aktuell wegen der immer noch sehr hohen Waldbrandgefahr gesperrt. Also kann sich der Reisehase sehr elegant vor der Entscheidung drücken, ob er bei fast 30° im Schatten den Aufstieg wirklich angehen möchte.

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