Seinen Namen hat das Minervois vom kleinen Städtchen Minerve, das am Rand eines Kalkplateaus liegt.

Die Kalksteinfelsen und die Flüsse Cesse und Brian bilden rund um Minerve tiefe Schluchten und auch Höhlen und Grotten.


Minerve ist heute ein bekanntes touristisches Ziel und gehört natürlich zu den Plus Beaux Villages de France, hat aber nicht einmal mehr 100 Einwohner; an diesem abgelegenen und schwer zugänglichen Ort will nicht jeder leben.

Im frühen 13. Jahrhundert war die Lage von Minerve allerdings ein Vorteil – für die Katharer. Die waren eigentlich weiter in Richtung Pyrenäen zuhause (um Foix und Pamier, wo auch die bekannten Katharerburgen wie Peyrepertuse oder Montségur stehen), aber auch hier in Minerve suchten sie Zuflucht vor der Verfolgung. Die katholische Kirche betrachtete sie als Ketzer und rief sogar zu einem Kreuzzug auf. Auch in Minerve waren die Katharer letztlich nicht mehr sicher: Obwohl ihnen freies Geleit versprochen war, wurden 140 von ihnen verbrannt oder anderweitig umgebracht. Daran erinnert das 1981 aufgestellte Katharerdenkmal im Ort.
