Niederlausitz

Durch die Niederlausitz bin ich vor ein paar Jahren schon mal gefahren. Daher taucht jetzt einiges nicht auf, was man unbedingt sehen sollte, wenn man in der Gegend ist. Die Biotürme in Lauchhammer, der Blick auf den Tagebau Nochten oder der Aussichtsturm “Rostiger Nagel” am Senftenberger See zum Beispiel. Aber auch so bietet die Region genug, um damit locker einen Urlaubstag zu füllen.

Prägend für das heutige Bild der Lausitz ist natürlich der Braunkohleabbau. Die Gruben und Tagebaue waren meist von Werkssiedlungen begleitet, oft in Form einer Gartenstadt. Die bekannteste (und hübscheste) ist Marga bei Senftenberg. Aber auch in Laubusch gab es eine Gartenstadt; sie gehörte zur Grube Erika. Frauennamen für die Gruben waren hier im Revier en vogue: Neben Marga und Erika begegnet der Reisehase unter anderem auch Ilse, Anna und Henriette. Die Grube Erika in Laubusch wurde 1916 gegründet; aus dieser Zeit stammt auch die Siedlung mit der Kirche am zentralen Platz.

Zusätzlich zur Grube entstand am Ort eine große Brikettfabrik. Von dieser ist aber nur noch wenig erhalten, vor allem das große Verwaltungsgebäude.

Auf einer Infotafel sind die Dimensionen der Anlage in einer Luftaufnahme zu sehen; vorne das Verwaltungsgebäude. Alles, was man dahinter sehen kann, steht nicht mehr.

Ebenfalls ein Bergbauort ist Klettwitz. Den gab es schon seit dem 14. Jahrhundert.

Teile des Ortes fielen zwischenzeitlich dem Tagebau zum Opfer. Die Dorfkirche aus der Barockzeit und das alte Ortszentrum aber wurden verschont.

Auch Hörlitz gehört, wie Klettwitz, zur Gemeinde Schipkau. Die Ortsgeschichte verlief nicht unbedingt geradlinig, aber durchaus typisch für die Niederlausitz: Das alte Hörlitz, ein von Sorben bewohntes Dorf, wurde ab 1935 durch den Tagebau Marga weggebaggert. Am Rand des Tagebaus entstand eine neue Siedlung, die zunächst Paradies hieß, dann Senftenberg-West, ehe sie 1990 den Namen des untergegangenen Hörlitz annahm. Auch von dieser Siedlung wurden allerdings schon in den 50er Jahren Teile devastiert, wie man das nennt, also für einen Tagebau abgerissen. Heute ist Hörlitz ein 1000-Einwohner-Dorf, das von ehemaligen Tagebauflächen umgeben ist. Wie die heute aussehen, kann man sich aus der Vogelperspektive anschauen: Am Ortsrand von wurde 2004 ein Aussichtsturm errichtet. 144 Stufen führen hinauf in 27 Meter Höhe.

Das ist in der flachen Landschaft der Lausitz ausreichend, um sehr weit sehen zu können. In der Ferne sieht man zum Beispiel Schwarze Pumpe, das von hier 30 km Luftlinie entfernt ist.

Etwas näher ist der Euro-Speedway Lausitz, eine Rennstrecke.

Man sieht auch, daß die ganze Gegend mit Windrädern vollgeballert ist. Die sind hier natürlich genauso häßlich wie überall sonst auch, aber Windräder sind zumindest dann, wenn vorher schon ein Braunkohle-Tagebau am Werk war, nicht mehr das Schlimmste, was man einer Landschaft antun kann. Bzw. danach ist’s dann auch egal. Ansonsten ist offenbar an vielen Stellen Wald über die Sache gewachsen.

Unterhalb des Aussichtsturms ist der Braunkohle-Bagger 1473 abgestellt und rostet vor sich hin.

Auch Großräschen hat, wie Senftenberg (das gleich noch in einem eigenen Beitrag kommt), seit kurzem einen Hafen. Der noch junge See ist ein ehemaliger Tagebau, für den Teile des Ortes weggebaggert wurden. Zur Erinnerung ist als Seebrücke ein Teil eines Förderbaggers wiederverwendet worden.

Und so gibt es in diesem Teil der Lausitz praktisch keinen Ort ohne sichtbare Spuren des Bergbaus.

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