Schmalkalden

Wer genau aufgepaßt hat im Geschichtsunterricht (und erst recht wer wie ich Reformationsdramen als Prüfungsthema hatte), dem ist der Name Schmalkalden schon begegnet. 1532 schlossen sich hier die protestantischen Länder und Reichsstädte, unter Führung Sachsens und Hessens, zu einem Verteidigungsbündnis zusammen, dem Schmalkaldischen Bund.

Dieser hielt zwar nur wenige Jahre bis 1547, als die Truppen des Bundes vom kaiserlichen Heer bei Mühlberg schwer geschlagen wurden, aber die Reformation – und damit die Spaltung der Kirche – war mit der Gründung des Bundes zur politischen Realität im Deutschen Reich geworden.

1537 nahm Luther an der Bundesversammlung teil. Auch Philipp Melanchthon war hier, wie diese Wand zeigt. Die anderen vier müßte ich recherchieren. 😉

Die Wappen der am Bund beteiligten Länder und Reichsstädte sind am Marktplatz aufgehängt (darunter auch Nassau-Saarbrücken). Hier stehen das Rathaus und die Stadtkirche St. Georg.

Das hübsche und sehr alte Rathaus (das weiße Gebäude), in dem die Bundesversammlung tagte, geht im Stadtensemble allerdings fast unter: Schmalkalden hat eine beeindruckende Ansammlung alter und perfekt restaurierter Fachwerkhäuser. Hier kann sich ein Fachwerk-Fan gar nicht sattsehen.

Über der Stadt thront Schloß Wilhelmsburg, das seine Schauseite derzeit teilweise hinter Planen und Gerüsten versteckt. Die Gartenseite ist aber frei.

Noch ein bißchen Fachwerk? Gerne doch.

Schmalkalden war aber auch Industriestadt. Davon zeugt noch die etwas außerhalb stehende Neue Hütte, eine Hochofenanlage von 1832 – natürlich ein Fachwerkbau.

Moderner wird es hier:

Viba, ein 1893 gegründeter Nougat- und Schokoladenhersteller, ist in der Nähe von Schmalkalden zu Hause und hat hier 2013 die Viba-Nougatwelt eröffnet, standesgemäß in der Nougatallee gelegen.

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