Durch den Berliner Süden

Auch auf der Oktober-Tour war ich im Süden der Stadt unterwegs; abseits der bekannten Routen der Innenstadt bewegt man sich hier durch ein deutlich weniger touristisches Berlin. Die Stadt ist bisweilen überraschend still und wenig großstädtisch, wie hier an Schloß Britz, dem Herrenhaus eines Rittergutes mit Parkanlage:
Der Britzer Gutspark ist von überschaubarer Größe. Etwas nördlich davon liegt dann die riesige Grünfläche des Tempelhofer Feldes. Das war zu preußischer Zeit ein Paradeplatz und später der innenstädtische Flughafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg landeten hier die Rosinenbomber, die Berlin während der elfmonatigen Blockade 1948/49 per Luftbrücke mit Lebensmitteln versorgten (und nicht nur mit Rosinen *igitt*). Der Flughafen Tempelhof wurde 2008 geschlossen, weil Berlin ja nur kurze Zeit später schon mit der Eröffnung des neuen Flughafens in eine glänzende Zukunft… äh… ach, egal. Jedenfalls: Das Tempelhofer Feld ist heute die größte unbebaute innerstädtische Fläche der Erde.
Nochmal deutlich: Das auf dem Bild oben ist nicht BER, sondern Tempelhof. 😉 Das große halbkreisförmige Flughafengebäude wird noch punktuell genutzt, wenn auch nicht mehr für An- oder Abflüge.
Auf der Terminal-Vorderseite steht in einer kleinen Parkanlage das 1951 errichtete Luftbrücken-Denkmal, das auch an die fast 100 Menschen erinnert, die bei verschiedenen Flugunfällen während der Luftbrücke ums Leben kamen.
Jenseits von Tempelhofer Damm, Ringbahn und Autobahn A100, die das Tempelhofer Feld nach Westen und Süden begrenzen, wird es in den westlich daran anschließenden Stadtteilen, unter anderem Schöneberg und Steglitz, wieder deutlich städtischer. In Steglitz steht zum Beispiel an der Kreuzung von Schloßstraße und Schildhornstraße ein markantes Gebäude der futuristischen Architektur der 70er Jahre:
Das Gebäude, das ursprünglich ein Turmrestaurant beherbergte, erinnert an einen Baum – jedenfalls nach den Vorstellungen der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte. Die Berliner, um kreative Bezeichnungen ja nie verlegen, sahen das aber anders und nannten das Ding einfach “Bierpinsel”. Das Luftbrücken-Denkmal oben kennt man in Berlin übrigens unter dem Namen “Hungerkralle”. Und noch weiter westlich, im Stadtteil Grunewald, gibt’s das hier:
So sieht er aus, der West-Berliner Hasensprung (eine Straße gleichen Namens gibt es auch noch in Karlshorst): Der Weg verbindet die Koenigsallee und die Winkler Straße:
Und ja, es gibt dort auch Hasen. Auf einer Brücke stehen zwei Skulpturen von Eberhard Encke von 1925, die sich aber nur unter Einsatz arger Verrenkungen so photographieren lassen, daß man die leider auch hier allgegenwärtigen Schmierereien nicht sieht.

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