Riqueval, Le Grand Souterrain

Unter Napoleon wurde er innerhalb weniger Jahre durch den Berg gegraben: Der Kanaltunnel von Riqueval.

Mit dem Canal de Saint-Quentin verband man die Flußsysteme von Seine und Schelde; das Ganze hatte neben der wirtschaftlichen natürlich auch eine militärische Dimension. Wie auch anderswo (Canal de Bourgogne) wird die Scheitelhöhe per Tunnel überbrückt.

Die Besonderheit dieses Tunnels erzählt das Musée du Touage am südlichen Tunnelausgang in Riqueval: Die Schiffe dürfen nämlich nicht selbständig durch den Tunnel fahren; dieser ist mit seinen 5,6 km dafür einfach zu lang. Stattdessen werden sie von Schiffen gezogen, die in einer am Kanalboden liegenden, fast acht Kilometer langen Kette eingehakt sind und durch den Tunnel fahren, indem sie sich an der Kette entlangziehen. Riqueval ist einer der ganz wenigen Orte weltweit, an denen diese Technik der Kettenschiffahrt noch aktiv im Einsatz ist.

Bei einer Geschwindigkeit von laut Infotafel 2,5 km/h, die die Kettenschiffe erreichen, dauert die Tunnel-Durchfahrt also gute zwei Stunden. Eine Mutprobe.

Das nördlichen Tunnelende bei Macquincourt muß man suchen; kein Schild und keine Infotafel weisen darauf hin. Da helfen nur Michelinkarte und ein feines Näschen.

Beides hat der Reisehase natürlich, und er hat Glück (ja, ich könnte es auch als Erfolg minutiöser Reiseplanung verkaufen… war es aber in diesem Fall nicht): Es wird nämlich gerade ein Schiff, die Florence IV, durch den Tunnel gezogen.

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