Am Aveyron

Nördlich des Aveyron liegt eine Region, die historisch zum Teil zur Grafschaft Rouergue, zum Teil zur Grafschaft Quercy gehörte und auch heute gar nicht so einfach zuzuordnen ist. Mit Tarn, Tarn-et-Garonne, Lot und Aveyron treffen hier gleich vier Départements aufeinander. Der Aveyron bildet für diesen Teil der heutigen Tagesetappe so etwas wie die Südgrenze. Man überquert ihn zum Beispiel in Saint-Antonin-Noble-Val, einer hübschen Kleinstadt im Département Tarn-et-Garonne.

In Saint-Antonin war ich schon mehrfach, unter anderem, weil es hier zwei Klöster der Zisterzienserinnen gab (Costegean und La Gourgue), die aber sehr unbedeutend blieben und von denen sich keine sichtbaren Reste erhalten haben. Auf der Suche nach dem genauen Standort war ich daher vor allem beim ersten Besuch mangels genauer Informationen nicht erfolgreich, zumal es vor Ort keine Hinweise auf die Klöster gibt. Costejean hatte ich beim zweiten Anlauf schon gefunden, heute war ich nun dort, wo man das Kloster La Gourgue vermuten kann (von dem man aber so gut wie nichts weiß, nicht einmal den genauen Standort und nicht einmal, ob es das Kloster überhaupt gab). La Gourgue halte ich daher auch für abgehakt. Nicht schwer zu finden ist die Kleinstadt Saint-Antonin-Noble-Val, und die ist auf jeden Fall auch mehr als einen Besuch wert.

Es gibt einen hübschen kleinen Platz im Zentrum, mit Cafés und Restaurants und Tischen auf dem Platz. Sieht sehr gemütlich aus.

Der Aveyron bildet im Bereich um die Stadt teils sehr tiefe Schluchten; die Straße führt durch einige Tunnels und manchmal an sehr hohen Felswänden vorbei.

Eine andere Kleinstadt, deutlich kleiner und verschlafener als Saint-Antonin, ist Caylus.

In der dortigen Kirche hängt ein riesiger, etwas deformierter Christus an der Seitenwand, ein Werk des russisch-französischen Bildhauers Ossip Zadkine (1954).

Und die Zisterzienser haben in der Region auch sichtbare Spuren hinterlassen, unter anderem mit dem Kloster Beaulieu-en-Rouergue.

Beaulieu, also schöner Ort, könnten die Zisterzienserklöster ja eigentlich alle heißen, angesichts des Geschicks des Ordens bei der Suche nach brauchbaren Standorten für seine Klöster. Es gibt tatsächlich in Frankreich noch zwei weitere Klöster dieses Namens (eins in der Champagne und eines im Pyrenäenvorland), und dazu noch eine Handvoll Bonlieus. Dieses hier bietet eine Klosterkirche aus dem späten 13. Jahrhundert und kann besichtigt werden, allerdings gegen recht beachtlichen Eintritt (aktuell 9 Euro).

Nach Najac, einer weiteren kleinen Festungsstadt oberhalb einer Schleife des Aveyron, kommt man nur über eine schmale Straße, die den Aveyron…

…mit Hilfe einer alten und sehr schmalen Bogenbrücke überquert. Die 2,20m sollte man unbedingt ernst nehmen; viel mehr Breite bietet die Fahrspur auf der Brücke definitiv nicht.

Wer da gut durchkommt und die anschließende Auffahrt nach Najac meistert, hat einen schönen Blick auf die Burg des Ortes, der sich lang über den Bergrücken hinzieht.

Ganz im Osten des Départements Tarn-et-Garonne, direkt an der Grenze zu den Départements Tarn und Aveyron, liegt schließlich noch Laguépie. Hier mündet der Viaur, der im Bild zu sehen ist, in den Aveyron.

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