Tarn-et-Garonne

Das Département Tarn-et-Garonne, Nummer 82, besitzt sehr unterschiedliche Landschaften: Im Südwesten liegt die Lomagne, eine meist nur leicht hügelige Ebene im Pyrenäenvorland. Aber das ist eine andere Geschichte bzw. Reise. Im Nordosten liegen Ausläufer des Zentralmassivs; die werden wir uns morgen anschauen. Heute ist die Mitte des Départements an der Reihe: Die Gegend um die Präfektur (also den Hauptort) Montauban.

Es ist ein von Flüssen geprägtes Département, in dem neben den namensgebenden Garonne und Tarn auch der Aveyron fließt – und der Garonne-Seitenkanal (Canal Latéral à la Garonne), den man oben im Startbild sieht, wo in Castelsarrasin der Kanal zu einem Freizeithafen verbreitert ist, der nach Jacques Cousteau benannt wurde. Abseits der Flüsse ist die Landschaft nicht sehr ausgeprägt; keine hohen Berge, allenfalls niedrigere Hügel und ansonsten weite Ebenen.

Die Flüsse sind hier schon recht breit und fließen langsam, wie der Aveyron am Ortsrand von Nègrepelisse.

Charakteristisch sind die Kirchen der Region mit ihren achteckigen Türmen, denen wir in den kommenden Tagen noch häufiger begegnen werden. Diese hier heißt Notre-Dame-des-Misères und steht bei Mirabel, wo es übrigens auch ein Zisterzienserkloster namens La Garde-Dieu gab, von dem sich aber nichts erhalten hat. Dieses Nichts (also ein schnödes Feld irgendwo auf dem Gemeindegebiet, wo einst der Standort war) habe ich aber für meine Zisterzienser-Sammlung schon photographiert, weshalb ich La Garde-Dieu heute auslasse.

Ebenfalls charakteristisch sind die Bastides, also Festungsstädte, die vor allem im 13. und 14. Jahrhundert in großer Zahl im Languedoc und im Südwesten Frankreichs angelegt wurden.

Die vielen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region, angefangen bei den Albigenserkriegen im frühen 13. Jahrhundert, machten solche Festungsstädte notwendig. Es gibt etwa 400 davon; nicht alle haben sich als erkennbare Bastide erhalten, aber viele haben zumindest noch den planmäßigen Grundriß, und man erkennt eine Bastide relativ gut an der Architektur und am Straßennetz. Bastides haben meist aueinen geometrischen Grundriß mit geraden Straßen und einem quadratischen oder rechteckigen Platz mit Arkadengängen in der Mitte. Einige der Bastides haben sich weitgehend unverändert erhalten und sind heute wichtige Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel Réalville:

Auch die Kirchen mußten befestigt werden: Sie wirken mit ihren dicken Mauern und den wuchtigen Pfeilern eher wie Kirchenburgen, wie Saint-Sauveur in Castelsarrasin:

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