Montagne Noire

Den nördlichen Abschluß des Minervois, in dem wir gestern waren, bildet die Montagne Noire, ein langgestreckter Gebirgszug, der den südlichsten Teil des Zentralmassivs darstellt.

Das Gebirge ist dicht bewaldet und sehr rauh, mit steilen Hängen und engen Bachtälern und bis auf wenige kleine Dörfer fast unbewohnt. Mas-Cabardès zum Beispiel, das Dorf im Startbild, ist gemäß Volkszählung von 2023 genau 166 Einwohner groß. Auch Aragon, am südlichen Abhang der Montagne Noire mit Blick auf das Minervois gelegen, ist ein kleineres Dorf. Aber eines mit einem sehr schönen Hotel (La Bergerie), das der Reisehase nur empfehlen kann.

Weil das zum Beispiel der Blick aus dem Zimmer auf den Sonnenuntergang in Aragon ist.

Und weil die Küche des Restaurants ganz hervorragend ist.

Auch verkehrstechnisch ist die Montagne Noire nicht sehr gut erschlossen; es gibt zwar einige Routes Départementales, aber die sind meistens sehr, sehr schmal und kaum breiter als ein einzelnes Auto. Das funktioniert eigentlich nur, weil hier so wenig Verkehr ist. Vor dem Gegenverkehr wird auch mehrfach explizit gewarnt: „Croisements difficiles“ bedeutet: Die Straße ist so eng, daß zwei Autos nicht einfach so aneinander vorbeikommen. Bei zehn Kilometern Straße ist da viel, viel Strecke für Croisements difficiles. Die Route nach Mas-Cabardès, dem Ort aus dem Startbild, war so ein Problemfall. Die Tschechin bewältigt das alles aber klaglos und wird daher hier nochmals gewürdigt. Etwas einfacher ist die Zufahrt nach Lastours, wo über dem Ort gleich mehrere Burgen thronen.

Und nur ein paar Kilometer weiter trifft man dann plötzlich auf etwas, womit man hier nicht unbedingt rechnet: Fördertürme. Industriekultur! Bei Salsigne gab es nämlich bis vor etwa zwanzig Jahre noch aktiven Bergbau. Und zwar nicht nach dem Schwarzen Gold, sondern nach dem Goldenen Gold, also dem echten Gold. Salsigne war eine der wichtigsten Goldminen Europas.

Das Metall wurde aber nicht nur unter Tage abgebaut, sondern auch im Tagebau. Man sieht das am Berg im Hintergrund des Denkmals für die Bergleute der Montagne Noire, das am Grubengelände eingerichtet wurde. Endgültig geschlossen hat man die Grube erst 2004.

Von Mas-Cabardès führt eine kurvenreiche Straße hinauf zum höchsten Punkt der Montagne Noire, dem 1211m hohen Pic de Nore. Dessen Gipfel ist dank des markanten Sendeturms nicht zu übersehen.

Oben angekommen! Es ist deutlich kühler und windiger als unten in der Ebene.

Man hat eine grandiose Fernsicht in alle Richtungen. Nach Norden geht der Blick in die Ebene von Castres. Dorthin führt der weitere Verlauf der Tagesetappe.

Nach Süden sieht man, woher wir kommen und wo wir in den letzten Tagen waren: Das Minervois, die Ebene mit dem Canal du Midi und – im Hintergrund – die Pyrenäen. Weiter östlich (also in Blickrichtung links) reicht der Blick bis zum Mittelmeer, das hier auf dem Bild allerdings nicht mehr drauf ist. Den Atlantik kann man in die andere Richtung aber nicht sehen; das ist dann doch viel zu weit weg.

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