Jägerndorf (Krnov)

Jägerndorf (Krnov) war neben Troppau (Opava) das städtische Zentrum von Österreichisch-Schlesien, diesem eigenartigen Landstrich, der alles war, was die Österreicher nach den verlorenen Schlesischen Kriegen gegen Preußen von ihrer ehemaligen Provinz Schlesien behalten durften: Ein kleiner, schmaler Streifen Land entlang der Grenze, mit kaum mehr als ein paar Kleinstädten, während das wirtschaftliche Leben Schlesiens sich ab 1742 im nun preußischen Teil abspielte, also zwischen Görlitz, Liegnitz, Breslau und Gleiwitz. Maria Theresia, österreichische Kaiserin, klagte denn auch, man habe ihr „den Garten genommen und nur den Zaun gelassen“.

Zu diesem Zaun gehörte auch Jägerndorf, eine alte Residenzstadt im Tal der Oppa, die bis 1849 noch Hauptort eines eigenen Herzogtums war. Das wurde dann ins Kronland Österreichisch-Schlesien eingegliedert. Jägerndorf entwickelte sich zur Industriestadt und bekam um die Jahrhundertwende ein Stadtzentrum, das noch heute höchst sehenswert ist. Die Stadt war eine der hübschesten auf dieser dritten Schlesien-Tour, neben Gleiwitz und Teschen.

Besonders beeindruckend ist der Häuserblock aus Rathaus und Sparkasse. Das Rathaus ist der rosafarbene Bau hier links im Bild; hinten (und auch im Startbild) sieht man die Turmspitze des Rathausturms.

Direkt ans Rathaus angebaut ist die Sparkasse, ein Gebäude, in das sich jeder Jugendstil-Fan auf den ersten Blick verlieben wird, was man im Startbild unschwer erkennen kann. Oder hier aus einer anderen Blickrichtung:

Es gibt aber noch viele andere sehenswerte Bauten, zum Beispiel dieses ehemalige Kino:

Und im Stadtpark begegnet man Friedrich Smetana, dessen Musik („Aus Böhmens Hain und Flur“) mich vor allem auf der 2022er Tour durchs Sudetenland begleitet hat. Hier paßt das thematisch ja nicht; Jägerndorf gehörte zu Schlesien, also nix mit böhmischer Hain und Flur. Aber Smetana kann man natürlich trotzdem immer und überall hören.

Südlich der Stadt liegt der Hausberg von Jägerndorf, der Burgberg (Cvilín). Hier stehen ein alter Aussichtsturm, die Liechtensteinwarte von 1903…

…und direkt nebenan die Wallfahrtskirche von 1722, mit Doppelturmfassade.

Von Jägerndorf aus muß man zu Kirche und Turm hinaufsteigen. Der Reisehase kann bequem zu Fuß gehen, denn sein Hotel Cvilín liegt direkt nebenan auf dem Burgberg und bietet nicht nur kurze Wege zu Kirche und Aussichtsturm, sondern selbst eine wunderbare Aussicht, auch aus den Zimmern. Das Startbild ist der Blick aus dem Reisehasen-Hotelzimmer. A room with a view, das nimmt der Reisehase immer gern. Egal ob mit Helena Bonham Carter oder ohne.

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