Freiwaldau (Jeseník)

Zu den größten Städten im Altvatergebirge zählt Freiwaldau, das im Tschechischen auf den anderen Namen des Gebirges (Hohes Gesenke) verweist: Jeseník – Gesenke.

Freiwaldau, um die Mitte des 13. Jahrhunderts am Ufer der Staritz (Staříč) gegründet, ist nicht riesig (ca. 10.000 Einwohner), wirkt aber deutlich größer, weil die ganze Gegend so dünn besiedelt ist. Es gibt einen großen Ring mit dem Rathaus in der Mitte (siehe Startbild) und eine Burg.

Im ausgehenden Mittelalter war Freiwaldau eine Bergstadt und dank der Eisenerzvorkommen in der Umgebung sehr reich. Die geschäftstüchtigen Fugger kauften die Stadt und ihre Erzgruben und ließen das Metall direkt vor Ort in Eisenhütten und Hammerwerken verarbeiten. Die vielen prächtige Bauten, die heute in der Stadt stehen, verweisen aber eher auf die Textilindustrie, die in der Epoche Österreichisch-Schlesiens für Wohlstand in der gesamten Region sorgte.

Ein Stadtteil von Freiwaldau ist Bad Lindewiese (Lipová-lázně), ein alter Kurort, der heute auch Wintersportler anzieht. Architektonisch ist aber vor allem die historische Bäderarchitektur interessant.

In Bad Lindewiese entdeckte ein Bauer namens Johann Schroth um das Jahr 1820 herum die Heilwirkung von feuchter Wärme. Er testete das zunächst an sich selbst und begann anschließend, auch andere zu therapieren, mit Ganzkörperwickeln und ziemlich strengen Diäten. Schroth hatte seine Anhänger, wurde aber von seinen Gegnern, mangels jeglicher Ausbildung im Gesundheitswesen vielleicht nicht ganz unberechtigt, mehrfach der Kurpfuscherei angeklagt. Trotzdem sind Schroth-Kuren heute noch verbreitete Naturheilverfahren. Im benachbarten Gräfenberg (Lázně-Jeseník) konzentrierte man sich parallel auf die Kaltwasserkur, die Sebastian Kneipp später in Süddeutschland weiterentwickelte.

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