Écluses de Fonseranes

Am Stadtrand von Béziers liegt die Schleusentreppe von Fonseranes, eine Folge von Schleusen, mit denen ein Höhenunterschied von etwa 22 Metern bewältigt werden konnte.

Die Schleusentreppe entstand zeitgleich mit dem Canal du Midi, also im später 17. Jahrhundert. Ursprünglich waren es neun Schleusen, von denen heute noch sechs im Dauerbetrieb stehen. Die unteren Schleusen mit der Verbindung zum Stadthafen Béziers und zum Orb werden nicht mehr genutzt.

Bergab können die Boote quasi zusammen mit dem Wasser aus ihrer Schleusenkammer nach unten transportiert werden. Der Wasserverbrauch ist dann sehr gering. Bergauf braucht man hingegen immer das Wasser aus der Schleusenkammer darüber. Um das Ganze einigermaßen effizient zu gestalten und weil Gegenverkehr irgendwie schwierig wäre, wechselt die Fahrtrichtung nur wenige Male pro Tag; oben und unten stehen Ampeln, und wer oben ankommt, wenn gerade aufwärts geschleust wird, der muß halt warten. Das Boot hier hat aber Feu Vert und darf in die oberste Schleusenkammer einfahren.

Unten angekommen, biegen die Freizeitschiffe (sonst fährt nichts mehr auf dem Canal du Midi, der als Warentransportweg ausgedient hat) direkt nach der Schleusentreppe rechts ab und fahren dann über eine Kanalbrücke über den Orb und weiter in Richtung Agde.

Der Kanal in Richtung Orb wird nicht mehr befahren.

Der Kanal kreuzt den Orb nun nicht mehr auf gleicher Höhe, sondern überquert den Fluß auf einer Kanalbrücke, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.

Ganz in der Nähe liegt noch eine weitere Sehenswürdigkeit des Kanals: Der Tunnel von Malpas, der zusammen mit dem Kanal bereits 1679 gebaut wurde. Riquet hatte sich entschieden, den Hügelrücken von Malpas nicht weiträumig zu umgehen, sondern den direkten Weg durch den Berg zu nehmen. In Malpas entstand so der erste Kanaltunnel weltweit. Er ist nur 165 Meter lang, also deutlich kürzer als zum Beispiel der über drei Kilometer lange Scheiteltunnel des Canal de Bourgogne, aber er war halt nun mal der Pionierbau.

Und wenn der Photograph Glück hat, fährt gerade eine Péniche oder ein anderes Freizeitboot durch den Tunnel.

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