Oderbruch

Nachdem es die letzten Tage sehr heiß und sonnig war, folgt heute das Kontrastprogramm: Regen. Viel Regen. Sehr viel. Aber vom Photographieren läßt sich der Reisehase nicht abhalten, trotz nasser Füße.

Die ersten Haltepunkte des Tages liegen im Landkreis Oder-Spree: Beeskow und Fürstenwalde/Spree. Beeskow entstand als Burg an einem Spree-Übergang.

Für das Stadtbild gilt, was für alle Städte und Orte der heutigen Etappe gilt: Die Region war der Weg der Roten Armee in Richtung Berlin. Da ist alte Bausubstanz eher selten. Fürstenwalde zum Beispiel war 1945 zu 80% zerstört, und nach dem Krieg wurden Viertel, die das überstanden hatten, auch noch beseitigt. So steht der Dom (die Kirche des Bistums Lebus) inmitten von Nachkriegsarchitektur.

Immerhin bemüht sich die Stadt um eine besser besetzte Version der Bremer Stadtmusikanten, bei denen ich ja immer schon dachte, daß jemand Wesentliches fehlt. Man beachte die Nummer zwei von oben.

Beeskow war ähnlich stark zerstört wie Fürstenwalde. Hier der Marktplatz mit der wiederaufgebauten Marienkirche.

Dann geht die Fahrt weiter in Richtung Oderbruch. Das Oderbruch übrigens, nicht der. Es scheint nötig zu sein, das zu sagen, denn es gibt sogar Autoaufkleber: “Es heißt DAS Oderbruch!”.

Wer genau hinschaut, kann in der Mitte rechts ein neugieriges Reh entdecken.

Das Oderbruch ist eine weite, flache Landschaft westlich der Oder, etwa von Bad Freienwalde im Norden bis Lebus im Süden. Ursprünglich ein Feuchtgebiet wie der Spreewald, wurde das Oderbruch später größtenteils trockengelegt. Es gibt aber noch zahlreiche Gewässer, zum Beispiel den im 14. Jahrhundert angelegten Klostersee.

An dessen Ufer liegt Altfriedland, ein Nonnenkloster der Zisterzienser. Erhalten hat sich die stark umgebaute Klosterkirche und, als Ruine, das Refektorium.

Etwas südlich steht die große Schloßanlage von Neu-Hardenberg, zu der auch eine klassizistische Kirche von Karl Fr. Schinkel zählt.

Der Ort hieß ursprünglich Quilitz, wurde dann aber umbenannt, als der preußische Staatskanzler von Hardenberg das Dorf kaufte. In der DDR hieß es Marxwalde. Da half es auch nicht, daß der letzte Schloßherr zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 zählte.

Im Schloß fanden schon Klausurtagungen der Bundesregierung statt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*