Gargilesse

Eine echte Entdeckung war das kleine Dorf Gargilesse, an einen Berghang der nördlichen Ausläufer des Zentralmassivs geklebt. Da muß ich wohl meine persönliche Liste der schönsten Plätze in Frankreich um einen Ort erweitern. Sehr schön auch die Kirche mit einer schönen Krypta mit schönen Fresken. Gesamturteil demnach: Schön. 😉
Vor allem den Christus als Weltenrichter, mit dem Messer zwischen den Zähnen, fand ich beeindruckend.

Oradour-sur-Glane

Die Umgebung von Limoges kann nicht unbedingt mit überragenden Sehenswürdigkeiten aufwarten. Die Kirchen von St-Junien, Le Dorat und Châteauponsac sind durchaus beeindruckend, aber ansonsten leidet die Gegend deutlich sichtbar unter der Landflucht. In den Dörfern stehen viele Häuser leer. Gebaut wird aber auch: Quadratmeterpreis für erschlossenes Bauland: 6 Euro.

Zum Pflichtprogramm im Limousin zählt aber Oradour-sur-Glane. Das Dorf wurde 1944 von einer deutschen SS-Einheit zerstört, und fast alle Bewohner (über 600) in einer Nacht umgebracht. Die Ruinen des Dorfes wurden konserviert und können besichtigt werden. Richtig harte Kost ist das zugehörige Museum. Das ist teilweise nur schwer erträglich, z.B. die Bilder der Grundschulklassen von Oradour von 1942…
Sollte man aber trotzdem unbedingt gesehen haben.

Limoges

Limoges ist mit seinen etwa 140.000 Einwohnern die größte Stadt auf der diesjährigen Route. Die schönste ist sie nicht; sie landet irgendwo zwischen “geht so” und “nett”. Schöne Ecken gibt’s natürlich auch, einige Fachwerkhäuser in der Altstadt und ein bißchen Jugendstil (Bild 1) sowie vor allem die Gare des Bénedictins, das schöne Bahnhofsgebäude. (Bild 4, weil dieser Satz nachträglich dazugekommen ist und ich in der Mobilversion die Bildreihenfolge nicht definieren kann.)

Bezüglich der Kommentare kann ich übrigens nix machen; ich finde da keine Einstellungen. Ich kann aber über eine Liste auswählen, als was ich kommentieren möchte ob als C oder Hase Cäsar oder mit meinem Google-Account. Habt ihr das nicht? Naja. Liest denn überhaupt noch jemand mit? Ach, egal. Weiter im Text.

Limoges. Die gotische Kathedrale ist von innen schöner als von außen; da stört vor allem der arg schmächtige Turm (Bild 2). 

Bekannt ist die Stadt vor allem für die Porzellanmanufaktur. Dementsprechend gibt’s hier auch das Nationale Porzellanmuseum und zahlreiche Läden in der Innenstadt. Bild 3.

Culinaria

Kulinarisch hat das Limousin einiges zu bieten. Frankreich halt… Ein bißchen davon ist schon in meinem Kofferraum gelandet. 😉
Es gibt viele Obstbäume und daher, wie schon geschrieben auch viel Saft, aber auch Marmelade, Liköre, Sirup etc.
Sehr verbreitet sind hier die Myrtilles (Heidelbeeren) – und die Walnüsse, aus denen neben Öl und einem hervorragenden Likör auch Quinquinoix hergestellt wird, ein Aperitif aus Wein und Walnüssen. Aus dem Cantal stammt der Salers, ein Enzianlikör. Ziemlich herb, muß man mögen. Degustation ist demnächst möglich. 🙂
Den violetten Senf gibt’s nur in Brive und Umgebung. Wunderbar geeignet für Senfsaucen zu Fisch oder Ente.

Der Kuchen der Region: Der Gateau Creusois ist ein Nußkuchen mit genau fünf Zutaten: Butter, Eiweiß, Zucker, Weizenmehl und, genau, Nüsse.

Im Zentralmassiv

Gleich drei Berge standen heute auf dem Programm: Puy d’Yssandon, Mont d’Ayen und Suc au May. Keiner davon ist extrem hoch; der Suc au May kommt auf 908m, die beiden anderen nur auf knapp 400m), aber die Aussicht ist jedes Mal phantastisch.
Bei 32 Grad Außentemperatur reichen aber auch diese Höhen schon…
Ok, auf den Mont d’Ayen war jetzt nicht so die Herausforderung, weil man zugegebenermaßen mit dem Auto bis ganz nach oben fahren kann.

Les Plus beaux villages

Es gibt in Frankreich so eine Art Verein, eine Gemeinschaft von Dörfern, die sich als “schönste Dörfer Frankreichs” bezeichnen. Um in diesen Kreis aufgenommen zu werden, muß man bestimmte Kriterien erfüllen, z. B. weniger als 1000 Einwohner haben, einen weitgehend autofreien Ortskern, Straßen möglichst gepflastert, nich asphaltiert etc. Als Dorf kann man sich bewerben, und wer aufgenommen wird, darf sich ein Schild an den Ortseingang stellen. Beispiel: Saint-Robert (Bild 1).

Gegründet wurde die Vereinigung hier im Limousin in Collonges-la-Rouge, das, wenig überraschend, alle Kriterien bestens erfüllt. Wie etwa 150 andere Dörfer auch. Einen Großteil davon hat der Reisehase schon gesehen. Sie ähneln sich in der Tat: Autofreier Ortskern, gepflasterte Straßen…

Wer nicht mitmachen darf, aber auch ein Schild möchte, für den gibt’s andere Labels. Zum Beispiel ist Uzerche (Bild 2) mit 2800 Einwohnern schlicht zu groß. Aber auch sehr hübsch. Und gehört daher zu den “Plus Beaux Détours de France”. Das ist die Parallelveranstaltung für Kleinstädte.

Egal ob Plus Beaux Villages oder Plus Beaux Détours: Ein Besuch lohnt sich in der Regel. Auch im Limousin.

Dordogne

Heute: Tour durch das Tal der Dordogne. Die kann sich durchaus mit Ardèche, Tarn oder Allier vergleichen lassen.
Tulle wirkt auch deshalb wie eine Großstadt, weil der Rest der Gegend so gut wie nicht besiedelt ist. So bleibt viel Platz für viel Landschaft.
Da der Fluß hier zwischen Cantal und Perigord durch mehrere Staumauern gestaut ist, wirkt er eher wie ein langgestreckter See.
Und überall kann man wandern, hat schöne Ausblicke… Herrlich. ❤