Stade

Von Buxtehude aus sind’s nur 20 Bahnminuten bis Stade (allerdings nur hin – zurück waren’s dank einer Betriebsstörung dann 60). Die Stadt kommt ohne Hase und Igel aus und hat dann auch noch das Pech, für ein inzwischen abgewickeltes und rückgebautes Kernkraftwerk bekannt zu sein. Unfair wäre es, die Stadt darauf zu reduzieren, denn die von den Flußarmen der schiffbar gemachten Schwinge umgebene Altstadt ist richtig hübsch.

Stade ist eine alte Hansestadt, was man an den alten Kontoren, den innerstädtischen Häfen, Straßennamen wie Salzstraße und überhaupt einer gewissen Ähnlichkeit mit Lüneburg erkennen kann. Und auch die kulinarische Komponente ist präsent.

Buxtehude

Ick bün al dor.

Buxtehude, hübsche Kleinstadt südwestlich von Hamburg, war Austragungsort eines bedeutenden Ereignisses, dem heute ein Denkmal gesetzt ist:

Hier fand nämlich der Wettlauf von Hase und Igel statt. Die Überlieferung in der Grimm’schen Form zweifle ich allerdings an, denn da ist der Hase als ziemlich arroganter und ein wenig doofer Geselle geschildert, was natürlich nicht der Realität entsprechen kann. Der Reisehase glaubt diese Version jedenfalls nicht. Und die Igel sind ja auch nicht ganz fair.

In der Stadt kann man Hase und Igel dennoch an allen Ecken und Enden finden.

Ganz meine Stadt also. Und auch sonst lohnt die Altstadt einen Besuch. Hier das Rathaus.

Meck Meck

Unplanmäßiger Halt in Gelnhausen. Weil, laut Durchsage, die Strecke von Ziegen belegt ist, die erst verscheucht werden müssen. ?

Update: Die 15 ziegenbedingten Verspätungsminuten sind zwischenzeitlich aufgeholt. Ankunft in Hamburg à point. Bahn gut. 

Konstanz

Im Französischen heißt der Bodensee „Lac de Constance“, ist also nach der Stadt am Ausfluß des Rheins aus dem Obersee benannt. Diese wiederum hat ihren Namen vom römischen Kaiser Constantius.

Die schöne Altstadt von Konstanz liegt südlich des Rheins direkt an der Schweizer Grenze und bietet eine Menge an alten Häusern, teilweise noch mit Fassadenmalereien aus der Renaissancezeit.

1414-18 fand in diesem Gebäude (und im Münster) das Konstanzer Konzil statt.

Im Zuge dessen wurde unter anderem Papst Martin V. gewählt (die einzige Papstwahl nördlich der Alpen) sowie dem tschechischen Reformator Jan Hus der Prozeß gemacht (nicht der einzige Prozeß dieser Art nördlich der Alpen). Hus wurde in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Was während des Konzils Hochkonjunktur hatte, war die Prostitution. Daran erinnert seit 1993 die Imperia am Hafen.

Die Figur dreht sich in vier Minuten um die eigene Achse und trägt auf ihren Händen einen nackten weltlichen Herrn und einen ebensowenig bekleideten Kleriker (die Figuren werden allgemein als Kaiser und Papst gedeutet). Daß die Figur heftig umstritten war, wundert daher nicht. Heute ist sie vielbesuchtes Photomotiv.

Mit der Gesamtsituation auch bei Nebel zufrieden: Der Reisehase.

Hohes Horn

Die Wandersaison ist eröffnet. Und da geht’s hoch: Von Offenburg aufs Hohe Horn. 500 Höhenmeter weiter oben (plus die 98 Stufen des ziemlich luftigen Aussichtsturms) bietet sich dann folgende Aussicht nach Offenburg und in die Ortenau:

Bei besserem Wetter würde der Blick noch bis ins Elsaß zum Grand Ballon reichen. So muß oder kann ich mich auf die Felsformationen am Wegrand konzentrieren.

Oder auf die Weinberge.

Schöne Wanderregion hier. Wenn die Herren des Herrenwanderzirkels nicht so bräsig wären, könnte man hier eine sehr nette Rundwanderung machen.

Und nach absolvierten knapp 20 Kilometern dann eine kleine Belohnung.

Lüttich 

Und zum Abschluß der Tour noch ein Bilderbuch mit ein paar Impressionen aus Lüttich.

Die Art-Déco-Kirche St. Vincent.

Pont de Fragnée.

Tour Paradis.

Musée d’Art Moderne im Château de la Boverie.

In der Altstadt. 

Mémorial Interallié und Église Sacré-Cœur de Cointe.

Und nochmal der Bahnhof Guillemins. Weil’s so schön war.

Lüttich war wirklich einen Besuch wert. Vielleicht keine Schönheit auf den ersten Blick, aber eine sehr interessante Stadt mit vielen Facetten. Beim nächsten Besuch muß dann nur Standard noch ein bißchen besser Fußball spielen.

Val St. Lambert

In Val St. Lambert ein paar Kilometer südwestlich von Lüttich gibt es seit 1826 eine Glas- und Kristallmanufaktur. Heute kann man hier eine Ausstellung besuchen, Glaswaren kaufen und bei der Glasherstellung zuschauen. Aber nicht sonntags, da gibt’s kein Schaublasen. 

Überhaupt sieht’s hinter den Kulissen nicht überall so prächtig aus:

Aber bevor die Glasfabrik eingerichtet wurde, war die Anlage ein Kloster. Eins von den Zisterziensern. Das Hauptgebäude oben ist das barocke Abtspalais. Und aus dem 13. Jh. steht noch ein Teil des alten Klosters, mit Kapitelsaal und Skriptorium.