Rund um Treuchtlingen

Wandertag. C’est le lapin randonneur aujourd’hui.

Auf dem Schlaufenweg um Treuchtlingen. 20,61km in 3:44h. Ca. 200hm.

Schöne Landschaften hier im Altmühltal.

Und auf dem Weg lag auch Treuchtlingen, mit Schloß im Zentrum.

Und auf dem Marktplatz pressen junge nackte Frauen Fische aus:

Und hier gibt’s auch eine Stärkung.

Oberhalb der Stadt steht die Ruine der Oberen Veste; vom kürzlich restaurierten Bergfried hat man einen schönen Blick auf Treuchtlingen und das Altmühltal.

Der Rückweg führt dann über mehrere kleine Dörfer und entlang der Altmühl.

O.Cist.: Kaisheim und Niederschönenfeld 

Es gibt hier auch die Gelegenheit, meine Liste der Zisterzienserklöster um fünf Einträge zu verlängern.

Sehr schön ist die Klosterkirche von Kaisheim. 

Für Süddeutschland eine echte Überraschung: Kein üppiger Barock, sondern erhaltene und sichtbare Gotik in den ursprünglichen Formen aus dem 14. Jh.

Kreuzrippengewölbe im Mittelschiff:

Schön auch das Chorgestühl:

Nicht weit entfernt steht, etwas abseits und vermutlich daher nicht so bekannt, Niederschönenfeld. Die Kirche mit zwei Türmen (aber ohne Westfassade; hier ist ein Gebäude vorgebaut) ist von außen recht schlicht (jedenfalls für eine bayerische Barockkirche). 

Im Inneren dominieren der Stuck und der Farbton Blau. 

Die eigentlichen Klostergebäude werden übrigens heute sowohl in Kaisheim als auch in Niederschönenfeld als Gefängnis genutzt. Wie ja z.B. auch Clairvaux. Die Knastdichte hier im ländlichen Schwaben wundert mich dennoch. Hier die Kaisheimer Klostergebäude:

Nobel, nobel. 

Kein Knast, sondern ein Hotel ist heute Leitheim, der Sommersitz der Kaisheimer Äbte. 

Donauwörth

Sehr hübsch ist auch das von Dillingen aus etwa 20km donauabwärts gelegene Donauwörth, an der Mündung der Wörnitz in die Donau.

Das ist aber nur ein Teilarm der Wörnitz; ein bißchen größer ist sie schon.

Auf den Münsterturm käme man hinauf, aber leider nur mit Führung und an bestimmten Wochenenden.

In der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz wird ein echtes Stück Holz vom echten Kreuz Christi aufbewahrt. Echt ehrlich…

Das Holz ist in der Monstranz auf dem Altar rechts. Auf dem Deckenfresko der Gnadenkapelle sieht man übrigens, wie diese Monstranz in Donauwörth ankommt: Sie landet direkt im nahen Klosterhof und wirbelt dabei mächtig viel Staub auf.

PS: Ich parke am Rand der Altstadt (am Alten Donauhafen) und zahle 30 Cent. Für *fünf* Stunden. Hallo, Graz, hallo Heidelberg.

Dillingen (Donau)

Ein Dillingen hätten wir ja auch im Saarland, aber die barocke Residenzstadt an der Donau ist zugegebenermaßen doch etwas sehenswerter als der von der Stahlindustrie geprägte Namensvetter an der Saar (wo aber immerhin auch ein Schloß steht). Aber das Barockschloß des schwäbischen Dillingen, errichtet von den Augsburger Fürstbischöfen, ist deutlich imposanter. Allerdings: Drinnen sitzt heute das Finanzamt.

Das Zentrum um die langgestreckte Königstraße bietet noch ein weitgehend intaktes historisches Stadtbild, mit viel Renaissance und Barock.

In Dillingen lebte und wirkte übrigens Sebastian Kneipp, der hier bei jedem Wetter und egal bei welcher Temperatur in die Donau stieg. Ich hab eben trotzdem schön warm geduscht.

Le Danube. Die Donau

Ein verlängertes Wochenende und eine vielversprechende Wettervorhersage: Eine gute Kombination für einen spontanen Trip gen Süden. Das Nördlinger Ries und das angrenzende Donautal zwischen Ulm und Ingolstadt hatte ich mir schon länger mal zurechtgelegt; das fehlt mir nämlich noch in der Sammlung.

Die Donau ist heute in Donauwörth tatsächlich mal schön blau:

Und ein Blick auf die Ebene der Donau mit Schloß Leitheim im Vordergrund:

Bregenz (2)

Der Nachmittag ist zunächst eine ziemlich feuchte Angelegenheit. 

Dann aber hört’s am späten Nachmittag doch noch auf zu regnen, und später kommt sogar noch die Sonne durch. Hier also noch ein paar Impressionen aus dem Bregenzer Hafen. 

Molenfeuer (Leuchtturm) an der Hafeneinfahrt:

Lichttunnel von Gerry Ammann:

Yachthafen:

Bregenz: Die Seebühne

Bregenz ist auch Festspielstadt: Auf der weltweit größten Seebühne finden jedes Jahr in den Sommermonaten die berühmten Festspiele statt. In diesem Jahr (und auch 2018 – die Inszenierungen laufen immer zwei Jahre) steht Georges Bizets „Carmen“ auf dem Programm.

Ich merke mir das mal.

Das Bühnenbild steht jedenfalls schon und ist wieder sehr außergewöhnlich:

Direkt nebenan steht das 1980 eröffnete und 2006 erweiterte Festspielhaus, das bei schlechtem Wetter als Ausweichmöglichkeit dient.

Mehrerau

Daß das am Bregenzer Stadtrand gelegene Kloster Mehrerau heute als Territorialabtei und Kopf der Mehrerauer Kongregation zu den wichtigsten Klöstern des Zisterzienserordens zählt, ist an der Architektur zumindest der Klosterkirche nicht ablesbar. Im Gegenteil: Die Kirche ist vor allem von außen, mit Verlaub, ziemlich häßlich.

Andererseits erfüllt der Bau die klassischen Bauvorschriften des Ordens, die Schlichtheit und Schmucklosigkeit verlangten. Aber zisterziensische Romanik ist eben doch etwas anderes als 50er-Jahre-Funktionalismus. Zumindest mit dem Blick von heute betrachtet.

Ebenso schlicht ist auch das Kircheninnere:

Nicht ganz so schmucklos sind aber die Klostergebäude:

Ebenfalls in Mehrerau steht ein vom Kloster betriebenes Sanatorium, dessen Gebäude 1923 von Clemens Holzmeister entworfen wurde. Der Architekt hat 1929 mit St. Agatha im saarländischen Merchingen einen richtungsweisenden modernen Kirchenbau entworfen.

Bregenz

Im Gebiet der heutigen Hauptstadt Vorarlbergs lag in der Antike ein keltisches Oppidum der Brigantiner. Nach diesem Volksstamm erhielt die römische Stadt Brigantinum ihren Namen. Daraus entstand der heutige Name Bregenz.

Die Stadt am Ostende des Bodensees hat etwa 30.000 Einwohner, ist also von durchaus überschaubarer Größe. Etwas erhöht liegt die im 13. Jh. entstandene Oberstadt, die,ebenfalls überschaubar, eigentlich nur aus drei Straßen besteht.

Sehenswert ist die Pfänderbahn, die seit 1927 auf den Bregenzer Hausberg hinauffährt.

Die Talstation stammt ebenfalls noch von 1927.

An der Seepromenade steht noch etwas ganz Besonderes: Ein Milchpilz (Pilzkiosk). ? Die waren in den 50er Jahren weit verbreitet (im Saarland standen auch welche), sind inzwischen aber bis auf wenige Ausnahmen leider verschwunden.

Überhaupt ist die Seepromenade sehr schön angelegt und bei Sonne bestimmt noch toller als unter Nieselregen (der inzwischen echtem Regen Platz gemacht hat).

Und hier sitze ich gerade, unter den Schirmen und mit Blick ins Graue, bei Topfenstrudel und Großem Braunen.

Schruns

…klingt als Ortsname für deutsche Ohren (et probablement aussi pour les gens francophones – n’est-ce pas?) etwas eigenartig. Insbesondere dann, wenn man mit dem Nachbarort den Doppelnamen Schruns-Tschagguns bastelt.  

Ortsnamen wie Tschagguns, Nüziders, Gaschurn, Vandans, Damüls usw. zeugen davon, daß man sich in uraltem rätoromanischen Sprachgebiet befindet, auch wenn man die Sprache hier heute im Gegensatz zu Graubünden nicht mehr aktiv spricht. Aber besiedelt wurde die Gegend ursprünglich von Rätoromanen. 

Manches klingt aber auch weniger exotisch (nun, eventuell…), aber dafür schlicht niedlich:

Schruns ist das westliche Tor zum Montafon; von hier aus führt die Silvretta-Hochalpenstraße über die Bielerhöhe hinüber nach Galtür und ins Paznauntal in Tirol. 

Durch Schruns fließt die 24km lange Litz, die hier in die Ill mündet, und der Reisehase fragt sich, wie das hier wohl aussieht, wenn es mal ein paar Tage am Stück kräftig regnet…

Hotel und Parkplatz sind übrigens direkt am Ufer der Litz. Auf eine akute Klärung dieser Frage bin ich also gar nicht so scharf.