Albi, die alte Bischofsstadt, ist zweifellos eine der schönsten Städte im Südwesten Frankreichs und einer der Höhepunkte dieser Tour. Noch so ein Lieblingsort des Reisehasen.

Besonders schön ist der Blick vom anderen Ufer des Tarn, mit der Pont Vieux als Vordergrund und der mächtigen Kathedrale dahinter.

Aber in die andere Richtung ist die Sicht genauso schön.

Am Flußufer stehen die großen Mühlengebäude.

Mittelpunkt der Stadt ist die Kathedrale Saint-Cécile, eine wahre Kirchenburg mit ihren wuchtigen hohen Chorwänden aus rotem Backstein und bis zu sechs Meter dicken Mauern. Die Kathedrale sollte wehrhaft sein; ihr Bau wurde 1282 begonnen, nur etwa fünfzig Jahre nach dem Ende der verheerenden Albigenserkriege, des Kreuzzuges gegen die angeblich ketzerischen Katharer, die hier in der Region besonders viel Zulauf gefunden hatten.

Der Seiteneingang auf der Südseite ist unter einem Baldachin mit wunderschönem Netzgewölbe, das der Guide Vert Michelin als „exubérante, mais d’une extrême délicatesse“ beschreibt.

Das Innere ist genauso beeindruckend, vor allem der Blick ins Hauptschiffgewölbe…


…und überhaupt ins Langhaus mit seinem Lettner, der den Chortrakt abtrennt.

An die Altarwänden ist ein Jüngstes Gericht gemalt. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Direkt nebenan, im Palais de la Berbie, ist das Musée Toulouse-Lautrec untergebracht, mit Werken des in Albi geborenen Künstlers. Ich war da schon drin und habe mir damals eine Reproduktion der „Absinthtrinkerin“ mitgebracht, die seitdem in Bous an der Wand hängt. Toulouse-Lautrec war übrigens kleinwüchsig (damals sagte man Zwerg); es war eine Erbkrankheit, weil man in der aus dem Hochadel stammenden Familie Toulouse-Lautrec traditionell untereinander heiratete; Henris Eltern waren Cousin und Cousine.

Die Moderne kann man in Albi aber auch finden, zum Beispiel in Form des 2014 eröffneten Grand Théâtre.
