Altvatergebirge

Der östlichste Teil der Sudeten ist das Altvatergebirge, auch Hohes Gesenke genannt bzw. auf Tschechisch Hrubý Jeseník. Es erstreckt sich zwischen dem Glatzer Kessel im Westen und der Mährischen Pforte (bei Ostrau) im Osten und liegt überwiegend im heutigen Tschechien.

Der höchste Gipfel ist der Altvater (Praděd), der 1491m erreicht. Im Startbild kann man ihn in der Bildmitte im Hintergrund erkennen, markiert durch den dort stehenden weißen Sendeturm. Auf den Altvater führt eine Fahrstraße hinauf, die aber für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Nach oben kommt man entweder mit einem Shuttle-Bus, in den man in Karlsbrunn / Karlova Studánka umsteigen muß, oder man wandert zu Fuß zum Gipfel. Für beides fehlt dem Reisehasen dieses Mal aber die Zeit. Er beläßt es bei einer Rundfahrt durch das Gebirge, das auch unterhalb der Berggipfel viele schöne Aussichtspunkte bietet.

Traditionell für die Region sind Holzhäuser, wie hier im kleinen Bergdorf Rejvíz, dessen tschechischer Name eine direkte phonetische Übertragung des deutschen Namens ist. Der lautet Reihwiesen.

Das Altvatergebirge ist insgesamt sehr dünn besiedelt und touristisch zwar durchaus erschlossen, aber weit davon weg, überlaufen zu sein. Weite Teile des Gebirges sind dicht bewaldet, auch weil sich die Landwirtschaft hier in den Höhenlagen nie so recht durchsetzen konnte.

Es gibt auch nur wenige Straßen und nur eine Handvoll Gebirgspässe, zum Beispiel den Gabelpaß (Videlské sedlo), über den man kommt, wenn man von Würbenthal nach Freiwaldau fährt (die Orte kommen gleich noch mit ein paar Bildern). An der Paßhöhe steht ein Holzkreuz, und es gibt einen großen Parkplatz, von dem aus man zur Wanderung auf den Altvater starten kann. Die Landstraße über den Gabelpaß ist sehr gut ausgebaut, und daß man hier trotzdem nicht schnell vorankommt, liegt nicht am Straßenzustand, sondern ausschließlich daran, daß die an der Paßstraße liegenden Orte wie Waldenburg (Bělá pod Pradědem) langgestreckte Straßendörfer sind und man vom Ortseingang Waldenburg bis zum Ortsausgang Sandhübel (Písečná) über mehr als 17 Kilometer am Stück innerorts unterwegs ist.

Würbenthal (Vrbno pod Pradědem) liegt mitten im Altvatergebirge im Tal der Oppa. Das Kleinstädtchen hat ein moderneres Ortszentrum unten im Tal entlang der Hauptstraße und einen kleinen, alten Dorfkern auf einem Hügel nebenan. Hier ist vor allem die barocke Pfarrkirche sehenswert, daneben steht ein ehemaliges Deutschordenskloster.

Am südöstlichen Rand des Gebirges bildet Freudenthal (Bruntál) das Eingangstor zum Altvatergebirge, bzw. liegt im Übergangsbereich zwischen Hohem Gesenke und Niederem Gesenke. Freudenthal (15.000 Einwohner) ist deutlich größer als Würbenthal, wirkt städtischer und hat einen großen rechteckigen Marktplatz in der Ortsmitte.

Noch aus der Habsburger-Zeit stammen die Kirche der Piaristen und das danebenstehende Gymnasium.

Eine weitere Stadt im Gebirge ist Freiwaldau (Jeseník), das wir uns nun in einem eigenen Beitrag anschauen.

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