Ehingen (Donau)

Ehingen zählt mit fast 30.000 Einwohnern zu den größeren Städten auf dieser Tour. Die Donau, die Teil des Stadtnamens ist, weil es noch ein halbes Dutzend weiterer Orte namens Ehingen gibt, fließt aber nicht direkt durchs Stadtzentrum, sondern etwa anderthalb Kilometer südlich an der Stadt vorbei.

Zentrum der Stadt ist der große Marktplatz mit dem Theodulbrunnen, der oben im Startbild zu sehen ist. Theodul ist der Stadtpatron. Er war Bischof im Wallis (in Martigny, das damals noch Octodurum hieß) und hat um 1750 den weiten Weg nach Ehingen geschafft, weil er traditionell Schutzheiliger gegen Brände und ähnliche Katastrophen ist und es 1749 in Ehingen einen großen Stadtbrand gegeben hatte. Danach blieb die Stadt von Großbränden weitgehend verschont; der Heilige Theodul war also durchaus erfolgreich. Der Theodulbrunnen erzählt verschiedene Geschichten, die sich nur entschlüsseln lassen, wenn man die Stadtgeschichte kennt. Ich kenne sie nicht, aber einen Einheimischen. Monsieur Huber, ich habe Fragen. 😉

Ebenfalls am Marktplatz steht das große Ständehaus, das im Giebel mit Rot-Weiß-Rot und Doppeladler noch anzeigt, welche Landesherren hier lange Zeit das Sagen hatten: Die Österreicher! Ehingen gehörte bis 1805 zu Vorderösterreich, also zu den Habsburgischen Vorlanden.

Ein weiterer prächtiger Bau steht am westlichen Rand der Altstadt, am Viehmarkt, wo sich auch noch ein Rest der Stadtmauer erhalten hat. Das Heilig-Geist-Spital ist ein sehr großes Fachwerkgebäude, das noch auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Hier ist heute das Städtische Museum untergebracht.

Andere Fachwerkhäuser sind weniger prächtig und deutlich schiefer und krummer.

Und nicht jedes Gebäude im Zentrum ist so schön restauriert wie das Heilig-Geist-Spital.

Insgesamt hat die Innenstadt aber gar nicht so viele alte Gebäude; vieles entlang der Hauptstraße und den beiden parallel verlaufenden Gassen, die die Hauptachsen des Zentrums bilden, ist eher modern.

Außerdem ist Ehingen wohl eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Noch so ein Thema, bei dem ich nicht mitreden kann. Ich nehme aber mal an, daß der durchschnittliche Ehinger außerhalb der Fastnacht nicht so gekleidet herumläuft. Oder, Monsieur Huber?

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