Colonia Narbo Martius nannten die Römer ihre erste Kolonie außerhalb Italiens, die sie 118 v. Chr. an der Via Domitia gründeten.

Heute hat Narbonne knapp 60.000 Einwohner und nicht mehr ganz die Bedeutung, die es in der Römerzeit als Hauptstadt der Provinz Gallia Narbonensis hatte: Die Stadt ist nicht einmal Hauptort des Départements Aude (das ist Carcassonne), aber trotzdem immer noch eine der wichtigsten Städte nahe der Mittelmeerküste im Languedoc. Wie in Béziers liegt auch in Narbonne das Stadtzentrum etwas im Hinterland der Küste, wo es mit Narbonne-Plage aber auch einen Ferienort direkt am Meer gibt. Den Reisehasen zieht es aber in die Innenstadt, wo es (im Startbild zu sehen) mit dem Pont des Marchands eine mit Häusern bebaute Brücke gibt, die noch auf römischen Fundamenten ruht.
Von der Brücke sind es nur ein paar Schritte bis zum mächtigen Erzbischöflichen Palais…

…an der Westseite der Place de l’Hôtel de Ville.

Gegenüber steht ein Warenhaus: Das ehemalige „Aux Dames de France“.

Und so sieht der Erzbischöfliche Palast von hinten aus: Die Rückseite, vom Jardin de l’Archevêché aus gesehen.

Natürlich war Narbonne lange Zeit Bischofssitz, sogar Erzbistum. Die Bischofskirche, die Kathedrale Saint-Just, ist Fragment geblieben: Es stehen eigentlich nur der Chor und die Ansätze des Querhauses, aber bis auf ein paar Pfeliler und Mauerreste existiert kein Langhaus. Die Kriege und anderen Katastrophen des 14. Jahrhunderts (die Pest…) hatten die Bauarbeiten beendet. Der gotische Chor ist trotzdem sehenswert.

Ebenso der Kreuzgang.

Einige Straßen von Narbonne, zum Beispiel die Rue Droite quer durch die Altstadt, ist mit grünen… tja… womit eigentlich… mit grünem Zeugs geschmückt, das im Wind raschelt und schöne Schattenspiele an die Häuserwände zaubert.

Und der Straßenschmuck, der vermutlich auch dazu dient, die Sonne abzuhalten, macht eine interessante Lichtstimmung.

Während Béziers Pierre-Paul Riquet als berühmtesten Sohn ein Denkmal gesetzt hat, ehrt Narbonne den Chansonnier Charles Trénet, der 1913 hier geboren wurde. „La mer…“ 🎶🎵
