Die Lage am Fluß wird im Französischen ja immer mit „sur“ verdeutlicht: La Charité-sur-Loire, Tournon-sur-Rhône, Entraygues-sur-Truyère. In Orten wie La Salvetat paßt das „sur“ einfach perfekt: Der Ort liegt nicht am Agout, sondern darüber.

La Salvetat gehörte mal zu den Plus Beaux Villages de France, hat dieses Prädikat heute aber nicht mehr. Was nicht daran liegt, daß der Ort plötzlich häßlich geworden wäre. Das Attribut tragen Orte, wenn sie Mitglied der Vereinigung der Plus Beaux Villages de France geworden sind. Dafür müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen. Und manchmal tritt ein Ort eben wieder aus, und dann werden die Tafeln am Ortseingang wieder entfernt. La Salvetat ist seit einigen Jahren also offiziell keines der schönsten Dörfer Frankreichs mehr, aber dennoch sehr hübsch, vor allem mit seiner Lage auf einem Felsrücken über dem Agout.

Und mit seinen engen Altstadtgassen, die immer wieder schöne Photo-Motive bieten, auch wenn das hier schon einen gewissen morbiden Charme verströmt:

Im Dorf sind einige großformatige Bilder aufgehängt, immer irgendwas mit Kühen. Dieses hier verdeckt teilweise die alte abblätternde Reklame für einen Apéritif („Dubo, Dubon, Dubonnet“).

Und man kann automobile Schätze entdecken: Keine Supersportwagen, sondern die Alltagsautos, die früher das Straßenbild prägten und heute leider so selten geworden sind. Wie dieser R4.
