Spellenstein

Jetzt wird’s steinig.

Das Saarland hat nämlich – selbstverständlich – nicht nur Industriekultur zu bieten. Etwa 3.800 Jahre alt ist der Spellenstein, ein mehr als 5m hoher Menhir aus der Jungsteinzeit. 

Er wurde um 1800 v. Chr. errichtet und steht heute im St. Ingberter Stadtteil Rentrisch – in einem Vorgarten.

Sankt Ingbert

Neben der Eisenindustrie, dem Bergbau (mit dem Rischbachstollen gibt es auch ein Besucherbergwerk) und der Glasindustrie (die Vopelius’sche Glashütte wurde leider vor einigen Jahren abgerissen) prägte noch eine andere Branche die Stadt.

Dieses Symbol kennt man als Saarländer: Es stand für die Brauerei Becker, eine von gleich mehreren Brauereien dee Stadt.

1877 gegründet, zählte Becker zu den größten Brauereien der Region und exportierte weltweit. 1989 wurde die Firma dann von Karlsberg übernommen; Becker’s Pils zwar wird weiterhin produziert, aber nicht mehr in St. Ingbert.

Der auf dem Logo abgebildete Beckerturm ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Der 41m hohe Sudhausturm ist ein Entwurf des Stuttgarter Architekten Hans Herkommer; er wurde 1925-28 errichtet, folgt unübersehbar den ästhetischen Prinzipien des Bauhauses und zählt zu den wichtigsten Denkmälern der Industriearchitektur im Saarland.

Fast zeitgleich entstand die Kirche St. Hildegard, die ebenfalls Anleihen an die Industriearchitektur nimmt.

Weniger hübsch allerdings (finde ich jedenfalls): Das Rathaus der Stadt.

Immerhin steht davor diese hübsche Skulptur.

Was bietet die Stadt noch? Das Geburtshaus des expressionistischen Künstlers Albert Weisgerber:

Und manches bleibt rätselhaft. ?

Sankt Ingbert: Alte Schmelz

Östlich von Saarbrücken liegt die 36.000-Einwohner-Stadt St. Ingbert. Der Ort ist nach einem etwas mysteriösen Einsiedler namens Ingobertus benannt, von dem nicht nachweisbar ist, ob es ihn überhaupt gegeben hat. Als man die Pfarrkirche errichtete, sollte sie eigentlich wie der Ort den Namen des Einsiedlers tragen, aber das ging nicht, weil Ingobertus nicht im Heiligenverzeichnis steht. Man fand dann einen Heiligen, der zwar nicht das Geringste mit der Stadt zu tun hat, aber zumindest klanglich passend war: So steht nun die hübsche barocke Kirche St. Engelbert im Stadtzentrum.

St. Ingbert zählt zu den frühen Industriestandorten im Saarrevier. Zeugnis hierfür ist die Alte Schmelz, ein 1733 gegründetes Hammerwerk. Mit der Möllerhalle von 1750, die ein wenig an eine Kapelle erinnert, steht hier das älteste Industriegebäude im Saarland.

Zum Werksgelände gehören auch eine Arbeitersiedlung, mehrere Meisterhäuser, Direktorenvillen, ein Hospital, ein großes Schlafhaus und das Herrenhaus der Besitzer des Eisenwerks, der Familie Krämer.

An der alten Schmelz kann man also auch heute noch sehr deutlich ablesen, wie eng Leben und Arbeiten im 19. Jh. miteinander verzahnt waren. Vom Herrenhaus hatten die Besitzer des Eisenwerks den Überblick über das Gelände (auch über die Arbeitersiedlung), und der um 1800 auf die Möllerhalle gesetzte Uhrturm gab den Takt des Arbeitslebens vor.

Zum Ensemble gehören noch weitere Gebäude wie die als Veranstaltungshalle genutzt ehemalige mechanische Werkstatt…

…und das Gebäude der Verbrauchergenossenschaft, ein Kaufladen für Einkäufe des täglichen Bedarfs.

HADIR steht übrigens, natürlich, für “Société des Hauts Fournaux et Acièries de Differdange – St. Ingbert – Rumelange”. Klar, oder?

Schwarzenbergturm

Und noch ein Beitrag aus dem schönen Saarland. Ich eröffne nämlich hier die Wandersaison 2018, und zwar mit einem Heimspiel. Erstes Wanderziel: Der Schwarzenbergturm im Waldgebiet zwischen Saarbrücken und St. Ingbert.

Der 1930-31 errichtete Aussichtsturm war zwischenzeitlich mal gesperrt, wurde dann restauriert und ist jetzt wieder geöffnet. Nach 242 Stufen hat man einen schönen Rundblick. Nach Osten lassen die Wälder gar nicht erahnen, daß man sich hier mitten in einer von Industrie feprägten Region befindet.

Mitten im Wald liegt auch die Universität des Saarlandes:

Das Carrée vorne links ist der BWL-Bau mit dem Audimax; der weiße Turm links ist die Unibibliothek. In beiden Gebäuden habe ich ne Menge Zeit verbracht…

Nach Westen zu blickt man über das dichtbesiedelte Saartal. Vorne der Rodenhof mit der hübschen Albertkirche, dahinter der Ludwigspark und Burbach, im Hintergrund das Kraftwerk Fenne und Völklingen.