Papenburg

Papenburg ist die größte der Moorkolonien hier im Emsland, und die Stadt ist auch entlang eines Kanals als Straßensiedlung angelegt. Wenn man nach Südosten in Richtung Surwold fährt, hört die Bebauung gar nicht mehr auf bzw. geht irgendwann in den Nachbarort über, der im wesentlichen aber auch nur aus einer Häuserreihe besteht. Der Stadtteil heißt Obenende (ja, Untenende gibt’s auch). Kirche St. Michael und Alter Turm:

Das Stadtzentrum liegt am Hauptkanal, der von zahlreichen Klappbrücken überquert wird.

Die Windmühle darf auch nicht fehlen.

Am Kanal steht auch die Alte Drostei von 1636, die Keimzelle der heutigen Stadt und Amtssitz des Drosten, eine Art Landrat.

Im Zentrum, direkt vor dem Rathaus, liegt im Kanal das Segelschiff Friederike. 

Bekannt ist Papenburg in der Tat für den Schiffbau: Hier produziert die Meyer-Werft, und es ist jedes Mal ein Großereignis, wenn ein Kreuzfahrtschiff aus der Werft über die Ems in Richtung Meer fährt.

Demnächst dürfte es wieder so weit sein: Die “Norwegian Bliss” für eine norwegische Reederei ist fast fertig. Heimathafen des Schiffes ist dann Nassau, denn es wird unter der Flagge der Bahamas unterwegs sein. ?

Der ursprünglichere, näher am Zentrum gelegene ehemalige Standort der Meyer-Werft wurde zur Gartenschau 2014 umgestaltet und bietet als “Forum Alte Werft” Kultureinrichtungen und Industriearchitektur. 

An der Ems

Jetzt wird’s aber auch mal Zeit, daß ich mich dem Fluß widme, von dem das Land hier seinen Namen hat.

Von Meppen aus fließt die Ems bis zur Mündung mehr oder weniger direkt in Richtung Norden. Und auch die Straßen verlaufen oft schnurgerade entlang der Kanäle, die die Sümpfe entwässern und das ganze Land durchziehen. 

Da die typische Siedlungsform vor allem im Norden (Papenburg und Umgebung) das Straßendorf entlang einer einzigen Straße ist, haben Orte wie z.B. Surwold (bild unten) oder Neuengland (ja, gibt’s wirklich) vielleicht 300 Häuser, sind aber zwölf Kilometer lang. Gefühlt jedenfalls.

Haren (Ems) ist eine Kleinstadt mit monumentaler Pfarrkirche (genannt Emslanddom) …

…und einem Schiffahrtsmuseum an einem von der Ems hier abzweigenden Kanal.

Die traditionelle Architektur der Region zeigen noch die alten Dorfkirchen wie hier die Nikolaikirche in Rhede (Ems).

Landschaftlich ist das Emsland genau wie erwartet: Wer Berge braucht, ist hier fehl am Platz. 

Nicht falsch hier: Emshase.

Quakenbrück

Damit das Q auch endlich im Inhaltsverzeichnis auftaucht…

Die Stadt hat ihre Hauptstraße dem Namen entsprechend dekoriert. ?

Etymologisch hat der Stadtname aber wohl nichts mit Fröschen zu tun, und die Stadt liegt auch nicht an der Quake oder so (sondern an der Hase). Der Name läßt sich eventuell von einem Wort “kvac” herleiten, was etwa “zittern” bedeuten soll. Grau ist aber alle Theorie, und wahrscheinlich finden sich noch zehn weitere Deutungsversuche.

Grau ist auch der Europabrunnen auf dem Marktplatz.

Das Zentrum besteht im wesentlichen aus der obigen Hauptstraße und ein paar Nebenstraßen um den Markt und die schöne evangelische Sylvesterkirche. Die wird nachts seltsam dunkelrot angestrahlt.

Blickfang im Zentrum sind außerdem die zahlreichen Fachwerkhäuser.

Steinfeld (Oldb.)

Vom Artland aus etwas östlich liegt Steinfeld (Oldenburg). Hier gab es bis in die 70er Jahre noch eine Ziegelei; die ehemalige Tongrube hat sich mit Wasser gefüllt und ist heute der kleine Ziegeleiteich. An dessen Ufer erinnert der Kollergang, ein Mahlwerk zum Zerkleinern des Tons, noch daran.

Ziegelsteine bestimmen auch das eher moderne Ortszentrum um Rathausplatz und Pfarrkirche.

Aber jetzt erstmal ne Stärkung. Et oui, c’est la saison maintenant. ??

Nur beim Stadionnamen finden die Hasen hier keine Berücksichtigung. Aber der Verein heißt nun mal SV Falke Steinfeld und nicht SV Hase.

Artland

Das Artland ist ein Teil des Osnabrücker Landes, eine weitgehend flache Landschaft zwischen Osnabrück und Quakenbrück. Im Süden wird’s etwas hügeliger (aber wirklich nur etwas), mit der Ankumer Höhe, einem nördlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes. 

In Ankum steht die für den kleinen Ort deutlich überdimensionierte Nikolauskirche, der sog. Artländer Dom.

Vorher war ich aber noch in Bramsche, einer Kleinstadt bei Osnabrück, die früher von der Textilindustrie lebte. 

Ein Textilmuseum ist in einer alten Fabrik am Fluß eingerichtet.

Der Fluß wird bei dieser Tour übrigens noch eine Hauptrolle spielen. Es ist nämlich die Hase. Ich werde zwar versuchen, nicht JEDES Wortspiel zu machen, aber… naja, mal sehen. Vielleicht jedes zweite. ? Das hier ist jedenfalls – trotz der nicht-hasigen Fauna im Vordergrund – der Hasesee in Bramsche:

Ich arbeite natürlich auch weiter an der Vervollständigung meiner Klosterliste. Die Zisterzienser waren nämlich auch hier in der Gegend, und zwar in Bersenbrück. Das Nonnenkloster wurde 1231 von den Herren von Ravensburg gestiftet – als Sühne für eine Freveltat, wie eine Infotafel erläutert. Klingt nach einem geplanten Regelbruch, bei dem die Klostergründung gleich schon mit eingeplant war. Also quasi ein taktisches Foul im Match gegen die Tecklenburger… 

Geblieben ist jedenfalls eine sehr hübsche Anlage aus Kloster- und Pfarrkirche und Teilen der Klostergebäude, die direkt am Ufer der Hase liegt.

Alors, faut que je cherche en France une rivière qui s’appelle Lapin ou Lièvre. Ça existe ?? ? À Essen (Oldenburg), il y a même le Stade Lapin. ?

Next please…

Au suivant svp…

Wieder unterwegs, dieses Mal in eine Region, die ich noch nicht kenne, die aber schon länger auf der Wunschliste steht. Mal schauen, was es da so gibt.

Laut Wikipedia gilt für den Tourismus im Emsland: “Die „Marke Emsland“ rangierte 2009 auf Länderebene (Niedersachsen) (…) im oberen Mittelfeld.”

Seit ich das gelesen habe, frage ich mich, ob das so gehässig gemeint ist wie es klingt…  und was sich da im unteren Mittelfeld findet.

Ich bin ja aber eigentlich nie auf der Suche nach einem Label oder einer Marke, sondern lasse mich gerne von einer Landschaft überraschen, die ich noch nicht kenne. Es wird aber wohl wieder Moore geben; thematisch wird es also ein guter Anschluß an die Oberschwaben-Tour.

Morgen geht’s richtig los; erster planmäßiger Halt ist dann Bramsche. Heute Abend bin ich aber schon mal gemütlich und staufrei bis Dortmund gefahren.

Wolfsburg (2)

Das Wetter am Sonntagmorgen ist zunächst wieder gut: Zum Rundgang durch die Stadt scheint die Sonne. Später wird’s dann neblig.

Eigentlich wollte ich mir ja noch das VW-Museum anschauen, aber das gibt es nur in Kombination mit einer Gesamtkarte für die Autostadt, und nur fürs Museum wäre das arg teuer. Schade.

Also statt der Automobilgeschichte zurück zum Thema Architektur und Kunst.

Die Stadt hat es immer wieder geschafft, sehr namhafte Architekten für Bauprojekte zu gewinnen. Neben der gestern schon erwähnten Zaha Hadid sind es vor allem Alvar Aalto und Hans Scharoun. Aalto entwarf das Kulturhaus mit Stadtbibliothek im Stadtzentrum neben dem Rathaus (und auch noch zwei Stadtteilkirchen).

Von Hans Scharoun stammt der langgestreckte Bau des Theaters (1973), südlich des Zentrums in einem Park gelegen.

Am Bahnhof steht seit 2010 ein Denkmal, das an die Gastarbeiter erinnert, die ab den frühen 60er Jahren in großer Zahl auch nach Wolfsburg kamen. Vor allem die italienische Gemeinde ist hier sehr zahlreich vertreten, und speziell sie werden durch die Skulptur “L’emigrante” des Künstlers Quinto Provenziani geehrt.

Jeweils 1951 eingeweiht wurden die Kirchen im Zentrum: Die katholische Kirche St. Christophorus…

…und die evangelische Christuskirche.

Manchmal beschmieren hier sogar Hasenhände Tisch und Wände:

Na sowas. Ansonsten finden sich keine Hasen. Dafür eine (monumentale) Giraffe, vermutlich ein Ableger des nahen Kunstmuseums.

Abends geht’s dann auf die Rückfahrt per IC. Wie üblich nehme ich es sportlich: Das ewig junge Duell zwischen Umsteigezeit und Verspätung gewinnt heute zum dritten Mal in Folge… die Verspätung. Dieses Mal mit 20 zu 13. ?

So, das war dann Wolfsburg. Weiter geht’s nach einer nicht allzulangen Pause schon ganz demnächst. ?

Fallersleben

Wem Wolfsburg zu modern ist, der wird vielleicht eher in der Umgebung zufriedengestellt. Zum Beispiel im vor einigen Jahren eingemeindeten Stadtteil Fallersleben, wo es am Schloßteich das perfekte Dorfidyll gibt:

Das Städtchen, im 16. Jahrhundert eine kleine Residenz, wirkt noch immer eher dörflich geprägt und bietet somit innerhalb der Wolfsburger Stadtgrenzen ein beachtliches Fachwerkensemble.

Im Zentrum des Ortes steht das Renaissanceschloß Fallersleben, das zur Mitte des 16. Jh. die hier residierende Herzogin Clara von Braunschweig-Gifhorn fertigstellen ließ.

Direkt daneben steht die klassizistische Schloßkirche.

Im Zentrum steht auch das Hoffmannhaus, das Geburtshaus des Dichters August Heinrich Hoffmann, der sich “von Fallersleben” nannte, um Verwechslungen zu vermeiden (Heinrich Hoffmann hieß z.B. auch der Struwwelpeter-Autor).

Hoffmann v. F. ist heute vor allem als Verfasser des Textes der Nationalhymne bekannt, ist also quasi der deutsche Rouget de Lisle (und Fallersleben somit das deutsche Lons-le-Saunier). Er, also Hoffmann, schrieb aber auch zahlreiche weitere Lieder, die zwar jeder kennt, den Autor aber nicht unbedingt weiß: Unter anderem “Alle Vögel sind schon da”, “Ein Männlein steht im Walde”, “Winter ade” oder “Morgen kommt der Weihnachtsmann”.

Das Hoffmannhaus ist heute Hotel.

Ich wärme mich dann in einem Café im Zentrum auf. Die hier am Sonntag bei Kaffee und Sahnetorte sitzen, sind offensichtlich Stammgäste und kennen sich. Mich kennen sie nicht, weshalb ich skeptisch beäugt werde, während ich diesen Text schreibe..

Wolfsburg am Abend

Abends präsentiert sich die Stadt äußerst farbenfroh, vor allem das im vorangegangenen Beitrag schon erwähnte “Phaeno”, das mit den Lichtinstallationen auf den Fassaden nicht mehr so klotzig und abweisend wirkt wie bei Tag.

Und auch die Autostadt am Kanal wird angestrahlt.

Als Abendessen gibt es die traditionelle Spezialität der Stadt: Die berühmte VW-Currywurst!

VfL Wolfsburg

15 der aktuellen Bundesligisten habe ich schon besucht; es fehlt also nur noch ein einziger (jedenfalls solange Holstein Kiel nicht aufsteigt), denn die Bayern kriegen kein Geld von mir, und die Dosen gucke ich mit dem Arsch nicht an.

Die Lücke namens VfL Wolfsburg schließe ich heute.

Der von VW üppig alimentierte VfL spielt, na klar, in der 2002 eröffneten Volkswagen-Arena. Das ist ein im Allerpark neben der Autostadt direkt am Mittellandkanal stehender Stadionneubau, der sich baulich kaum von den anderen modernen “Arenen” von Sinsheim bis (leider) Mönchengladbach unterscheidet.

Funktional, aber irgendwie auch austauschbar.

Zwar gehört der VfL nun nicht unbedingt zu meinen Lieblingsvereinen, aber immerhin haben sie in ihrem Meisterschaftsjahr 2009 den Bayern mal kräftig hintenrein getreten. Mit Anlauf. Und weil’s sowas heute ja leider nicht mehr gibt: Danke dafür.

Heute stehen die Wolfsburger nur auf Rang 12, blicken also eher in Richtung Abstieg – und tun das nach dem heutigen Spiel erst recht, denn sie verlieren 1:3 gegen die Frankfurter Eintracht. Nachdem es schon nach 22 Minuten 0:2 steht, bricht die Stimmung ziemlich schnell in sich zusammen in der Arena, auf deren Zuschauerrängen sich ohnehin große Lücken auftun.