Der langgestreckte Strangford Lough, die im vorangegangenen Beitrag schon vorgestellte Meeresbucht, trennt die Halbinsel Ards vom “Festland”, bzw. vom Rest der Insel.

Ards bildet daher den Osten des County Down, ein Landstreifen, der nur leicht hügelig zwischen der Bucht und der Irischen See liegt. Dieses E steht an Burr Point an der Ostküste von Ards. Burr Point ist einfach nur ein felsiges Kap aus Granit, zieht aber dennoch Besucher an, zum Beispiel den Reisehasen. Es ist nämlich der östlichste Punkt Irlands.

Am nördlichsten Punkt (Malin Head) war der Reisehase schon. Die anderen beiden, der Westen und der Süden, fehlen noch.
Ebenfalls auf Ards steht diese Klosterruine, die hier aussieht, als würden die Grabsteine in einer Prozession auf sie zugehen.

Die Abtei heißt Grey Abbey, nicht wegen der verbauten grauen Steine, sondern wegen der Kleidung der Zisterzienser, die traditionell nicht schwarz war wie die der Benediktiner, sondern eben deutlich heller, in der Regel weiß. In der Normandie, in Mortain, steht zum Beispiel die Abbaye Blanche. Eine Abbaye Grise gibt’s dort nicht. Die Mönche in Irland scheinen aber wohl grau statt weiß getragen zu haben.

Das nördliche Ende des Strangford Lough und der Halbinsel Ards markiert Newtownards, eine mit etwa 30.000 Einwohnern für irische Verhältnisse größere Stadt. Sie entstand, der Name deutet es an, als planmäßige Gründung im frühen 17. Jahrhundert, als im Rahmen der “Ulster Plantation” zahlreiche Protestanten im Nordosten Irlands angesiedelt wurden. Da ging das alles los hier in der Gegend, die heute noch, im Gegensatz zu den grenznäheren Gegenden fest in unionistischer Hand zu sein scheint: Der Union Jack weht, bisweilen sind die Bordsteine blau, rot und weiß angemalt, und irische Flaggen sieht man eigentlich nirgendwo. Diesbezüglich ist die Ecke hier tatsächlich lost.

Newtownards ist keine wirklich schöne Stadt, hat aber zumindest ein hübsches Market House. Ansonsten gibt es ein rasterförmiges Straßennetz mit gerade verlaufenden Hauptstraßen, von denen die Regent Street besonders breit, aber architektonisch eher belanglos ist. Sehenswert ist der etwas außerhalb auf einem hohen Felsen stehende Scrabo Tower, 1857 errichtet.

Man sieht von hier oben den Strangford Lough besonders schön (links ist die Halbinsel Ards).

An einer der Flanken des Berges ist ein längst aufgegebener Steinbruch.
