Roquefort-sur-Soulzon

Hier ist alles Käse. Und das größte Unternehmen am Ort heißt einfach nur „Société“ und ist eine Genossenschaft. Es gibt aber auch noch andere Hersteller.

In Roquefort dreht sich alles um den gleichnamigen Käse. Die Milch (vom Schaf) kann aus den umliegenden Départements stammen, aber der Edelschimmelkäse selbst muß, wenn er Roquefort heißen möchte, zwingend in den Höhlen des Ortes reifen.

Käseherstellung in Urkunden seit dem 11. Jahrhundert nachgewiesen. An dem Schimmelkäse mit durchaus herbem Geschmack scheiden sich die Geister: Man mag ihn – oder nicht. Der Reisehase mag ihn und ist hier zwar direkt an der Quelle, kauft aber nichts. Für heute sind 34° angekündigt, und dann einen Roquefort durch die Gegend zu fahren, ist definitiv keine gute Idee.

Was aber eine gute Idee ist, wenn man schon vor Ort ist: Zum Aussichtspunkt Saint-Pierre hinaufsteigen und die grandiose Aussicht auf den Ort und die Berglandschaft der Umgebung genießen.

Von Roquefort nach Saint-Affrique sind es etwa 15 Kilometer, in denen man das Auto einfach nur rollen lassen kann: Es geht permanent bergab. Saint-Affrique liegt im Tal der Sorgues und hat mit Afrika nichts zu tun. Der Ortsname kommt von einem lokalen Heiligen namens Africanus. Keine Löwen und Elefanten also in Saint-Affrique, aber dafür eine mittelalterliche Bogenbrücke und eine (neo)gotische Kirche.

Ein paar Kilometer weiter liegt das kleine Örtchen Vabres-l’Abbaye am Dourdou, in den die Sorgues kurz hinter Saint-Affrique mündet. Beide zusammen fließen dann in Richtung Tarn.

Vabres ist heute sehr klein (1.200 Einwohner) und wirkt ziemlich verschlafen, war aber im Mittelalter Sitz einer bedeutenden Benediktinerabtei und wurde zum Bischofssitz ernannt. Daher hat der Ort sogar eine Kathedrale (St-Sauveur). Ansonsten kann man durch die stillen Gassen schlendern.

Eine Besonderheit der Gegend sind die Statuenmenhire, prähistorische Steine mit eingeritzten Menschendarstellungen. Einer davon steht zum Beispiel im kleinen Dorf Montlaur auf dem Weg von Vabres-l’Abbaye nach Sylvanès (einem Ort, dem wir uns im nächsten Beitrag widmen).

Der Menhir ist natürlich eine Kopie; das wertvolle Original, das auf dem Gemeindegebiet von Montlaur gefunden wurde, steht im nationalen archäologischen Museum in Saint-Germain-en-Laye.

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