Millau

Millau gehört zum Département Aveyron, ist aber nicht dessen Hauptort (das ist das etwa gleich große Rodez).

Mit seinen etwa 22.000 Einwohnern ist es keine Großstadt, aber wenn man sich zwei Tage in nahezu menschenleeren Gegenden herumgetrieben hat, wirkt ein Ort dieser Größe gleich schon viel städtischer. Und liefert am Ortseingang ein Wortspiel, bei dem ich etwas gebraucht habe, um es zu kapieren.

Große Sehenswürdigkeiten bietet die geschäftige Innenstadt eigentlich nicht. Aber schöne Motive finden sich trotzdem.

Es gibt auch ein paar nette Plätze, einen alten Wehrturm (Beffroi) und eine alte Kirche (Notre-Dame-de-l’Espinasse).

Die große Attraktion von Millau liegt aber außerhalb und ist noch sehr jung: Das Viaduc de Millau (siehe Startbild) ist eine 2004 eröffnete Autobahnbrücke, mit der endlich die letzte Lücke der A75 quer durchs Zentralmassiv (Clermont-Ferrand – Pézenas) geschlossen werden konnte. Der Verkehr muß sich seitdem nicht mehr durch das Zentrum von Millau quälen.

Die A75 ist mautfrei; nur das Viaduc kostet. Man kommt aber von Millau aus zu einem Parkplatz neben der Raststätte, und kann dann zu Fuß zu einem Aussichtspavillon gehen.

Das Viaduc ist die längste Schrägseilbrücke weltweit, immerhin knapp 2,5 Kilometer lang, gebaut unter anderem mit saarländischem Stahl (von der Dillinger Hütte).

Trotz dieser Ausmaße wirkt die Brücke sehr leicht und paßt ganz hervorragend in die Landschaft. Ein Meisterwerk. Und ein weiterer Lieblingsort des Reisehasen.

Vom Aussichtspunkt hat man auch einen schönen Blick auf die Landschaft der Umgebung, vor allem auf das Tal des Tarn bei Millau, das von den Kalk-Hochebenen der Causses gerahmt wird. Rechts im Bild zum Beispiel der Causse de Larzac.

Auf der anderen Seite des Flußtals liegt der Causse de Sauveterre, mit dem markanten Pouncho d’Agast als südwestlichem Ausläufer, der sich hier im Tarn-Wasser spiegelt.

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