Nahe der Grenze, auf polnischer Seite in Oberschlesien, liegt Leobschütz (Głubczyce) im Tal der Zinna (Psina), einem kleineren Nebenfluß der Oder. Die Stadt wurde im Krieg stark zerstört, aber man hat das Rathaus und die anderen Giebelhäuser auf der Innenseite des Ringplatzes vor einigen Jahren wieder rekonstruiert. Davor steht die Mariensäule von 1738.

Der Ringplatz in Leobschütz hat die Form eines Viertelkreises und ist laut Wikipedia einzigartig in Mitteleuropa, was ich, solange ich nicht überall in Mitteleuropa war, erstmal nicht verifizieren kann. Zumindest in Schlesien ist mir aber kein anderer Ringplatz in dieser Form untergekommen; die meisten schlesischen Ringe sind rechteckig. Die besondere Viertelkreis-Form kann man aber mangels Blick von oben und wegen der Nachkriegsbebauung an den Rändern des Platzes, architektonisch nicht weiter erwähnenswert, nicht so gut erkennen. Die beiden Türme in der Bildmitte gehören zur Pfarrkirche Mariä Geburt.

Auf einem Teil des Ringplatzes, genauer gesagt an dessen Rand, ist eine Grünanlage, in der man sich hinsetzen und ausruhen kann. Auch als Engel.

Sehenswert ist auch das Franziskanerkloster, einen Häuserblock östlich des Marktplatzes.

In Leobschütz gab es eine große Brauerei, deren Firmengelände direkt neben dem Ring liegt. Etwas nördlich steht die große Mälzerei, die vor ein paar Jahren aufgegeben wurde. Seitdem stehen die denkmalgeschützten Gebäude leer und verbessern ihren Bauzustand nicht gerade.

Ebenfalls alt, aber besser in Schuß ist das Städtische Stadion, das vermutlich schon vor dem Krieg existierte. Heute spielt hier Polonia Głubczyce in der Bezirksliga. Im Zeitspiel-Magazin haben wir ja mal überlegt, ein „Tor des Monats“ zu präsentieren: Besonders schöne Stadion-Tore und -Eingänge. Das hier wäre durchaus ein Kandidat.
