Das geht ja gleich gut los in Coleraine, wenn das erste Geschäft, an dem man vorbeikommt, so heißt und so ein Logo hat:

Coleraine ist mit etwa 25.000 Einwohnern die größte Stadt der Umgebung. Die Stadt liegt am River Bann kurz vor dessen Mündung in den Nordkanal, wie der Meeresteil hier an der irischen Nordküste zwischen Nordirland und Schottland heißt. Der Bann ist, wenn ich nichts übersehen habe, der längste Fluß in Nordirland und dementsprechend in Coleraine schon sehr breit.

Das Stadtzentrum liegt am rechten (östlichen) Flußufer; die Brücke und die daran anschließende Bridge Street führen direkt auf den zentralen Platz zu, der The Diamond heißt.

Das Gebäude in der Mitte des Platzes sieht zwar aus wie eine Kirche, ist aber das Rathaus der Stadt. Eigentlich könnte Coleraine seinen zentralen Platz also auch Ring nennen, wie die Städte in Schlesien, wo das Rathaus ja auch oft mitten auf dem Hauptplatz steht und von Bürgerhäusern umgeben ist.

The Diamond und die angrenzenden Straßen sind Fußgängerzone und mit ihren Cafés und Geschäften sehr einladend. Man kann sogar draußen sitzen; die Möglichkeit hatte mir in Drogheda gefehlt.

Kleiner Abstecher zum Fußball: Der Coleraine F.C. spielt in der ersten nordirischen Liga, und ins Stadion kann man, weil die Tore offenstehen, einfach so reinspazieren. Es liegt direkt neben dem Bahnhof und heißt The Showgrounds, ein Name, den es auch in anderen irischen Städten gibt (zum Beispiel in Newry, Ballymena oder – in der Republik – Sligo) und sich auf Ausstellungs- und Messeflächen bezieht. Das Stadion wurde bereits 1907 eröffnet, als es den heutigen Coleraine F.C. noch gar nicht gab. Ebensowenig übrigens wie den Kunstrasen, der heutzutage verlegt ist und für den der Stadionronantiker einen Punkt abziehen muß.

Etwas südwestlich von Coleraine liegt Limavady im Tal des River Roe. Beide Städte gehörten zum County Derry, als es den noch gab, ehe er im Rahmen einer Verwaltungsreform in Nordirland aufgelöst wurde. In den GAA-Sportarten nimmt Derry aber weiterhin mit einem eigenen Team teil (Farben: Rot-Weiß, wie der Derry City F.C.). Limavady ist etwa halb so groß wie Coleraine und bietet eine ganz nette Hauptstraßemit dem einen oder anderen vielversprechend aussehenden Pub.

Und kaum eine Stadt in Irland kommt ohne ein eigenes Lied oder zumindest eine Verbindung zu einem Lied aus. In Limavady ist es “Danny Boy”, dessen Text von Frederic Weatherly (1910) stammt und dessen Melodie noch etwa 50 Jahre älter ist. Aufgezeichnet hat die Melodie Jane Ross aus Limavady. Zusammen wurden Text und Musik als “Danny Boy” einer der Klassiker der irischen Musik, besonders beliebt bei den irischen Emigranten überall in der Welt. In Limavady hat man Jane Ross und Danny Boy ein Denkmal gesetzt, mit einer Liedzeile, die gut zur Landschaft hier oben im irischen Norden paßt.
