Ballymena

Von Carnlough aus landeinwärts fährt man etwa 30 Kilometer bis Ballymena durch dünn besiedeltes Land, zunächst durch Glenarm, eines der neun Täler, die zusammen die Glens of Antrim bilden, dann durch Grasland mit vereinzelten Streusiedlungen. Ballymena wirkt dann aufgrund des Kontrastes fast schon wie eine Großstadt, auch wenn es bloß 25.000 Einwohner hat.

Wie Larne ist auch Ballymena keine Schönheit. Der touristische Reiz der Stadt ist, offen gestanden, ziemlich gering. Es gibt zwar ein paar wenige sehenswerte Bauten wie die St. Patrick’s Church (der protestantischen Church of Ireland)…

…und ein modernes Kulturzentrum namens The Braid, das man an die neoklassizistische Town Hall (1924-28) dranbetoniert hat.

Aber die meisten der Innenstadtstraßen haben nicht so wirklich viel Ausstrahlung.

Dabei trumpft Ballymena mit seinen Straßennamen doch sogar ganz groß auf:

Der hiesige Broadway ist aber lediglich eine normale Innenstadtstraße, die in den Platz aus dem Startbild mündet. Auf dem Platz stehen ein paar Sitzgelegenheiten und die mächtige Überdachung, die als Bandstand dient, allerdings nur einen Teil der Sitzgelegenheiten überdacht. Ballymena hat aber tatsächlich schon Stars erlebt, die durchaus auch Broadway-tauglich waren: Rory Gallagher war hier, Roy Orbison auch, und sogar Pink Floyd und die Rolling Stones haben in Ballymena gespielt, im Flamingo Ballroom in der an den Platz angrenzenden Ballymoney Street. Den Club gibt es schon lange nicht mehr, aber vielleicht in Erinnerung daran ziert eine der Häuserwände in der Straße ein riesiger Flamingo.

Das Pink-Floyd-Konzert war am 16. September 1967, also kurz nach der Veröffentlichung der ersten LP und lange vor der monumentalen Phase der Band mit Konzerten auf schwimmenden Inseln vor Venedig. Für Songs wie “See Emily play” und “Interstellar Overdrive” genügten damals noch kleinere Konzerthallen. Und Syd Barrett war noch einigermaßen kontrollierbar.

Und von einer Infotafel erfahre ich, daß die Händler in den Straßen der Stadt bisweilen eigene Zahlungsmittel herstellten, sogenannte Token, zum Beispiel als 1736 das Kupfergeld in Ulster knapp wurde. Und diese Ballymena-Token zierten vorzugsweise… Hasen!

I make good speed!

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