Aubrac (2)

Das Aubrac zählt aufgrund der kargen Böden und des rauhen Klimas zu den am dünnsten besiedelten Gegenden Frankreichs. Es gehört größtenteils zum Département Lozère, dem Département mit der geringsten Einwohnerzahl in Frankreich. Hier leben gerade einmal 15 Einwohner pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In der Uckermark sind es fast dreimal so viele.

Ein paar Orte gibt es hier aber natürlich trotzdem. Die sind nicht sehr groß und schaffen es einwohnermäßig kaum über die Tausendermarke. Chaudes-Aigues zum Beispiel ist zwar ein regionales Zentrum mit Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Cafés. Aber: 800 Einwohner! Der Name des Ortes verrät schon, warum der Ort hier entstanden ist und was man hier antrifft: Heiße Quellen. Die Source du Par ist mit 82° sogar die heißeste Quelle Europas. Da hält der Reisehase die Pfote mal besser nicht rein.

Es gibt hier noch andere Quellen, die immerhin auch 64° oder 48° bieten und die schon im Mittelalter genutzt wurden, um die Häuser des Ortes zu heizen. Fußbodenheizung, eine der Annehmlichkeiten, die sich  die Römer leisteten, hatten im 14. Jahrhundert in Mitteleuropa vermutlich nicht allzuviele Dorfbewohner. Heute ist Chaudes-Aigues natürlich ein bekanntes Thermalbad.

Etwa 30 Kilometer südwestlich liegt Laguiole, das immerhin eine vierstellige Einwohnerzahl aufweisen kann: 1200 Einwohner!

Den Namen Laguiole kennt man: Es gibt einen Käse, der so heißt und hier hergestellt wird. Aber bekannt ist der Ort vor allem für die Messerherstellung. Laguiole, das ist in Frankreich, was in Deutschland Solingen ist. Nur daß die Messer hier noch überwiegend in Handarbeit entstehen und entsprechende Preise haben. Aber die Qualität ist hoch und man kann sich zwischen verschiedenen Holzarten für den Griff entscheiden.

Nasbinals (570 Einwohner) hat eine alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Und ich wieder ein Photo für die Reihe „Wie parke ich möglichst scheiße“.

Nasbinals liegt, genau wie andere Orte im Aubrac, am Jakobsweg. Genauer: An der Via Podiensis, die in Le Puy-en-Velay startet und einer von vier Hauptwegen dieses Pilgerweges in Frankreich ist. Die anderen beginnen in Tours, Vézelay und Arles. In bzw. bei Roncevaux (Roncesvalles) in den Pyrenäen treffen sie aufeinander. Daher trifft man im Südwesten Frankreichs an ganz vielen Stellen auf die Jakobsmuschel. So wie zum Beispiel an der Fassade der Kirche in Aumont-Aubrac.

Hier noch ein Blick auf Aumont-Aubrac.

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