Antrim

Antrim war Hauptort der gleichnamigen Grafschaft, die den äußersten Nordosten Irlands bildet. Die Stadt liegt nahe dem nordöstlichen Ende des Lough Neagh, des größten Sees in Irland, fast 400qkm groß und damit nicht viel kleiner als der Bodensee (536qkm).

Bis zum Seeufer habe ich es heute aber nicht mehr geschafft, nur ans Wasser: Durch die Stadt fließt ein Fluß namens Six Mile Water, der, Preisfrage, wie lange ist? Genau: 26 Meilen! Wenn sie hier irgendwann endlich mal das metrische System einführen (bestenfalls im Rahmen der Vereinigung mit der Republik), können sie das ja geradebiegen. Wobei “42-Kilometer-Fluß” sich zugegebenermaßen irgendwie auch blöd anhört.

Der Fluß mündet bei Antrim in den Lough Neagh und fließt in der Stadt durch die sehr hübsch angelegten Castle Gardens. Vom namensgebenden Schloß, 1610 errichtet und 1922 unter ungeklärten Umständen (Brandstiftung?) abgebrannt, hat sich nur noch ein Rest erhalten; der Turm in der Bildmitte stammt davon:

Am Rand der Parkanlage steht eine weitere Sehenswürdigkeit: Das alte Gerichtsgebäude (Old Courthouse).

Nebenan steht das Torhaus (Barbican Gate), durch das man zu den Castle Gardens kommt:

Antrim scheint mir, obwohl die Katholiken inzwischen mehr als ein Drittel der Bevölkerung stellen, zumindest im Stadtzentrum relativ fest in unionistischer Hand zu sein. Es gab sogar eine Parade in der Hauptstraße, mit Trommeln und Militärmusik. Die Ballycraigy Sons of Ulster kommen aus Ballycraigy, einer loyalistischen Hochburg nahe Antrim. Keine Oranier also, aber… nun ja. Solange sie nicht durch die katholischen Viertel marschieren… Polizei ist auch da und sichert alles ab. Ich denke mir meinen Teil und summe die “Fields of Athenry” und “The men behind the wire”. 😉

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