Mettlach

Die Saar ist aber nicht nur in Saarburg schön (und hat dort ja den kleinen, aber spürbaren Makel, daß sie nicht mehr im Saarland ist, sondern nur noch in Rheinland-Pfalz… ?). Sehr schön, und auf saarländischem Boden, ist auch Mettlach, saarabwärts am Ende der berühmten Saarschleife gelegen. 

Hier steht eine große Benediktinerabtei, die vom Heiligen Lutwinus im Jahr 676 gegründet wurde. Lutwinus war Bischof von Trier und wohl auch von Reims und Laon. Er wurde in der von ihm gegründeten Abtei beigesetzt; sein Grab wurde zum Ziel einer Wallfahrt, die auch heute noch jährlich in der Woche vor Pfingsten stattfindet. Eigentlich können die Wallfahrer dann ja direkt nach Echternach hüpfen.

In der Französischen Revolution wurde das Kloster aufgelöst. Kurz zuvor, nämlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, hatte die Abtei sich noch einen kompletten Neubau durch den Barockbaumeister Christian Kretzschmar geleistet. Der barocke Gebäudekompmex wurde vor der Zerstörung gerettet, weil 1801 der Keramikhersteller Villeroy & Boch hier einzog und dort bis heute residiert; nur wenige deutsche Unternehmen können wohl ein derart repräsentatives Hauptgebäude vorweisen.

Direkt nebenan im Abteipark steht das älteste Gebäude des Saarlandes: Der Alte Turm, um 990 als Grabkapelle für Lutwinus errichtet, ist der ottonischen Pfalzkapelle in Aachen nachempfunden.

Hier wiederum direkt nebenan steht der “Erdgeist”, ein Werk des Künstlers André Heller, der auch für “Rhein in Flammen” verantwortlich zeichnet. Die Keramiken der Mosaiktafeln wurden bei Villeroy & Boch hergestellt. Natürlich.

Und hier direkt nebenan steht der “Homo Ceramicus Mettlachiensis” des Niederländers Joris van der Mijnsbrugge aus dem Jahr 1974.

Hier nebenan stehen dann nur noch Hecken.

Schön ist’s im Abteipark, findet der Lepus Peregrinus Mettlachiensis:

Abends gibt’s dann im Brauhaus noch was Deftiges aus der traditionellen saarländischen Küche: Zwo Gefillde mit Sauerkraut. 

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