An der Ems

Jetzt wird’s aber auch mal Zeit, daß ich mich dem Fluß widme, von dem das Land hier seinen Namen hat.

Von Meppen aus fließt die Ems bis zur Mündung mehr oder weniger direkt in Richtung Norden. Und auch die Straßen verlaufen oft schnurgerade entlang der Kanäle, die die Sümpfe entwässern und das ganze Land durchziehen. 

Da die typische Siedlungsform vor allem im Norden (Papenburg und Umgebung) das Straßendorf entlang einer einzigen Straße ist, haben Orte wie z.B. Surwold (bild unten) oder Neuengland (ja, gibt’s wirklich) vielleicht 300 Häuser, sind aber zwölf Kilometer lang. Gefühlt jedenfalls.

Haren (Ems) ist eine Kleinstadt mit monumentaler Pfarrkirche (genannt Emslanddom) …

…und einem Schiffahrtsmuseum an einem von der Ems hier abzweigenden Kanal.

Die traditionelle Architektur der Region zeigen noch die alten Dorfkirchen wie hier die Nikolaikirche in Rhede (Ems).

Landschaftlich ist das Emsland genau wie erwartet: Wer Berge braucht, ist hier fehl am Platz. 

Nicht falsch hier: Emshase.

Quakenbrück

Damit das Q auch endlich im Inhaltsverzeichnis auftaucht…

Die Stadt hat ihre Hauptstraße dem Namen entsprechend dekoriert. ?

Etymologisch hat der Stadtname aber wohl nichts mit Fröschen zu tun, und die Stadt liegt auch nicht an der Quake oder so (sondern an der Hase). Der Name läßt sich eventuell von einem Wort “kvac” herleiten, was etwa “zittern” bedeuten soll. Grau ist aber alle Theorie, und wahrscheinlich finden sich noch zehn weitere Deutungsversuche.

Grau ist auch der Europabrunnen auf dem Marktplatz.

Das Zentrum besteht im wesentlichen aus der obigen Hauptstraße und ein paar Nebenstraßen um den Markt und die schöne evangelische Sylvesterkirche. Die wird nachts seltsam dunkelrot angestrahlt.

Blickfang im Zentrum sind außerdem die zahlreichen Fachwerkhäuser.

Steinfeld (Oldb.)

Vom Artland aus etwas östlich liegt Steinfeld (Oldenburg). Hier gab es bis in die 70er Jahre noch eine Ziegelei; die ehemalige Tongrube hat sich mit Wasser gefüllt und ist heute der kleine Ziegeleiteich. An dessen Ufer erinnert der Kollergang, ein Mahlwerk zum Zerkleinern des Tons, noch daran.

Ziegelsteine bestimmen auch das eher moderne Ortszentrum um Rathausplatz und Pfarrkirche.

Aber jetzt erstmal ne Stärkung. Et oui, c’est la saison maintenant. ??

Nur beim Stadionnamen finden die Hasen hier keine Berücksichtigung. Aber der Verein heißt nun mal SV Falke Steinfeld und nicht SV Hase.

Artland

Das Artland ist ein Teil des Osnabrücker Landes, eine weitgehend flache Landschaft zwischen Osnabrück und Quakenbrück. Im Süden wird’s etwas hügeliger (aber wirklich nur etwas), mit der Ankumer Höhe, einem nördlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes. 

In Ankum steht die für den kleinen Ort deutlich überdimensionierte Nikolauskirche, der sog. Artländer Dom.

Vorher war ich aber noch in Bramsche, einer Kleinstadt bei Osnabrück, die früher von der Textilindustrie lebte. 

Ein Textilmuseum ist in einer alten Fabrik am Fluß eingerichtet.

Der Fluß wird bei dieser Tour übrigens noch eine Hauptrolle spielen. Es ist nämlich die Hase. Ich werde zwar versuchen, nicht JEDES Wortspiel zu machen, aber… naja, mal sehen. Vielleicht jedes zweite. ? Das hier ist jedenfalls – trotz der nicht-hasigen Fauna im Vordergrund – der Hasesee in Bramsche:

Ich arbeite natürlich auch weiter an der Vervollständigung meiner Klosterliste. Die Zisterzienser waren nämlich auch hier in der Gegend, und zwar in Bersenbrück. Das Nonnenkloster wurde 1231 von den Herren von Ravensburg gestiftet – als Sühne für eine Freveltat, wie eine Infotafel erläutert. Klingt nach einem geplanten Regelbruch, bei dem die Klostergründung gleich schon mit eingeplant war. Also quasi ein taktisches Foul im Match gegen die Tecklenburger… 

Geblieben ist jedenfalls eine sehr hübsche Anlage aus Kloster- und Pfarrkirche und Teilen der Klostergebäude, die direkt am Ufer der Hase liegt.

Alors, faut que je cherche en France une rivière qui s’appelle Lapin ou Lièvre. Ça existe ?? ? À Essen (Oldenburg), il y a même le Stade Lapin. ?

Next please…

Au suivant svp…

Wieder unterwegs, dieses Mal in eine Region, die ich noch nicht kenne, die aber schon länger auf der Wunschliste steht. Mal schauen, was es da so gibt.

Laut Wikipedia gilt für den Tourismus im Emsland: “Die „Marke Emsland“ rangierte 2009 auf Länderebene (Niedersachsen) (…) im oberen Mittelfeld.”

Seit ich das gelesen habe, frage ich mich, ob das so gehässig gemeint ist wie es klingt…  und was sich da im unteren Mittelfeld findet.

Ich bin ja aber eigentlich nie auf der Suche nach einem Label oder einer Marke, sondern lasse mich gerne von einer Landschaft überraschen, die ich noch nicht kenne. Es wird aber wohl wieder Moore geben; thematisch wird es also ein guter Anschluß an die Oberschwaben-Tour.

Morgen geht’s richtig los; erster planmäßiger Halt ist dann Bramsche. Heute Abend bin ich aber schon mal gemütlich und staufrei bis Dortmund gefahren.